Die große Nachhaltigkeitslüge

Aus kontrolliertem Raubbau

Buchtitel Aus kontrolliertem RaubbauDeutschland schwärmt vom grünen Wachstum. Doch es ist grüner Kolonialismus, und er stillt nur einen Hunger: den Rohstoffhunger der westlichen Welt. Angesichts der Klimakatastrophe ruhen alle Hoffnungen auf der Green Economy, die das Wirtschaften nachhaltig und sozial machen soll: Elektroautos, Biosprit, Aquakulturen – subventioniert von der Politik, unterstützt von Umweltschutzorganisationen, ausgezeichnet mit Nachhaltigkeitspreisen. Wirtschaftswachstum und überbordender Konsum seien gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht seien. Doch auch der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig und verursacht gigantische ökologische und soziale Missstände – nur eben unserem unmittelbaren Blickfeld entzogen.

Eine schonungslose Abrechnung mit der Illusion des grünen Wachstums, dem Zynismus von Wirtschaft, Politik und NGO und unserem verschwenderischen Lebensstil.

Für ihre Recherchen reiste Kathrin Hartmann nach Indonesien – Buchmessenschwerpunkt Frankfurt 2015! –, Bangladesch und El Salvador: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und mittlerweile jedem zweiten Supermarktprodukt steckt, werden in Südostasien Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben. Garnelen aus Zuchtbecken werden mit Nachhaltigkeits-Siegel exportiert, dabei wurden dafür gegen den Willen der Bevölkerung mit Polizeigewalt Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört und Aquaplantagen errichtet. Aus kontrolliertem Raubbau erscheint am 31. August 2015.

Kathrin Hartmann - Foto © Stephanie Füssenich, Blessing-VerlagKathrin Hartmann, geboren 1972 in Ulm, studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik. Nach einem Volontariat bei der Frankfurter Rundschau war sie dort Redakteurin für Nachrichten und Politik. Von 2006 bis 2009 arbeitete sie als Redakteurin bei Neon. 2009 erschien bei Blessing Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt, 2012 erregte ihr Buch über die neue Armut – Wir müssen leider draußen bleiben  – großes Aufsehen. Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München. (Foto © Stephanie Füssenich
)

Kathrin Hartmann: AUS KONTROLLIERTEM RAUBBAU – Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren – Klappenbroschur, ca. 450 Seiten, € 18,99 [D] – ISBN 978-3-89667-532-3

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Mit freundlichen Grüßen

 

 

UBA-Untersuchung: “Umweltschutz unter TTIP”

UBA cover_umweltschutz_unter_ttipDas geplante Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) hat unter anderem das erklärte Ziel, durch die sogenannte Regulatorische Kooperation die Standards in der EU und den USA so weit wie möglich zu vereinheitlichen. Über die ebatte um Schiedsgerichte und Chlorhühnchen hinauswird  das Abkommen handfeste Auswirkungen auf den allgemeinen Umweltschutz und die Green Economy haben . Diesen Einfluss haben Andreas Burger und Astrid Matthey bereits im März mit einem Positionspapier des Umweltbundesamtes eingeordnet.

Für den Umweltschutz in der EU birgt eine nicht sachgerechte Gestaltung der Regulatorischen Kooperation erhebliche Risiken: Umweltstandards könnten sinken und die Umwelteigenschaften von Produkten gefährdet werden.

Fazit der Autoren

“Die Analyse zeigt, dass eine nicht sachgerechte Gestaltung der Regulatorischen Kooperation in TTIP erhebliche Umweltrisiken birgt. Daher ist es erforderlich, dass der Umwelt- und Ressourcenschutz die notwendige Berücksichtigung fi ndet und nicht partiellen Unternehmensinteressen geopfert wird. Zugleich gilt es, die Chancen von TTIP für den Umweltschutz systematisch zu nutzen, etwa durch die Erstellung einerPositivliste.
Betrachtet man die umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft, so ist evident, dass auf vielen Feldern grundlegende und schnelle Fortschritte beim Umweltschutz erforderlich sind – etwa beim Klimaschutz oder bei der Ressourcenschonung. Dies erfordert eine Zusammenarbeit mit den USA über die Regulatorische Kooperation in TTIP hinaus.
Wünschenswert wäre zum Beispiel eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA bei der Formulierung gemeinsamer anspruchsvoller Umwelt- und Klimaschutzziele, strategische Partnerschaften bei der Entwicklung und Marktdiffusion von Umwelt- und Effi zienztechniken, aber auch gemeinsame Anstrengungen, Wettbewerbsverzerrungen durch
umweltschädliche Subventionen zu verringern.”

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RNE: EU-Kommission vernachlässigt Nachhaltigkeitsstrategie

RNE logoIn diesem Jahr verabschieden die Vereinten Nationen ihre neuen, nachhaltigen Entwicklungsziele. Sie werden auch für Industrieländer gelten. Während Deutschland die Weiterentwicklung seiner nationalen Nachhaltigkeitstrategie an diesen Sustainable Development Goals (SDGs) ausrichtet, steht das Thema bei der EU-Kommission bislang nicht auf der Tagesordnung. Im Gegenteil: Umweltverbände fürchten Verschlechterungen. Das teil der Rat für Nachhaltige Entwicklung mit.

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EU-Parlament stimmt ISDS zu – Reaktionen

Greenpeace: schwarzer Tag für die europäische Demokratie

Proteste gegen TTIP im InternetDas Europäische Parlament hat sich am 08.07.2015 in einer Zwischenabstimmung zum umstrittenen Handelsabkommen TTIP hinter die EU-Kommission gestellt. Die Parlamentarier votierten mehrheitlich für die private Streitschlichtung (ISDS, Investor State Dispute Settlement). Diese sieht vor, dass Konflikte zwischen Investoren und Staaten nicht vor ordentlichen Gerichten, sondern vor privaten Schiedsstellen  verhandelt werden. Damit würde eine Sonderjustiz für Unternehmen geschaffen werden, deren Entscheidungen nicht mehr durch demokratische Institutionen angefochten werden  können. Ein europaweites Referendum gegen TTIP haben bisher 2,3 Millionen Menschen unterschrieben. Reaktionen von Greenpeace und BUND.

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CDU-Kommission “Nachhaltig leben – Lebensqualität bewahren” legt Bericht vor

Mensch und Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt

cdu logoDer CDU-Bundesvorstand hat auf der Klausurtagung im Februar 2014 in Erfurt beschlossen, drei Kommissionen einzusetzen, die die Parteiarbeit inhaltlich und programmatisch weiterentwickeln sollen. Diese Kommissionen sollen sich mit zentralen Politikfeldern wie der Zukunft der Arbeit, dem Zusammenhalt der Gesellschaft und einem nachhaltigen Leben beschäftigen. Geleitet wurden die Kommissionen durch die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden.

CIMG7361Die Kommission Nachhaltig leben – Lebensqualität bewahren: Die CDU will auch für die Zukunft die Weichen für eine hohe Lebensqualität und ein nachhaltiges Leben stellen. Die Kommission leitete die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Jetzt haben die Mitglieder abschließendihren Bericht  beraten. Der Bericht stellt den Menschen und die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt des Handelns.

Der CDU-Bundesvorstand wird ihn im September 2015 behandeln und zu einem Antrag an den nächsten Parteitag der CDU Deutschlands im Dezember 2015 weiterentwickeln.

EÖR-Blog dokumentiert…

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Campact: TISA – Versteckspiel in Genf

Geheime Verhandlungen beginnen in Genf

TISA - Montage © CampactAb 06.07.2015 verhandelt die EU streng geheim mit 23 Staaten über das TISA-Abkommen. Damit können Konzerne eine neue Deregulierungs- und Privatisierungswelle durchsetzen und den Datenschutz aushöhlen. “Wenn wir das jetzt bekannt machen, durchkreuzen wir den Plan”, schreibt Campact in einer Rundmail und auf seiner Webseite.

Campact weiter: “Das geplante TISA-Abkommen kann unser tägliches Leben tiefgreifend verändern: unser Bildungs- und Gesundheitssystem, unsere Wasserversorgung drohen dereguliert und privatisiert zu werden, zur Freude großer Konzerne. Doch alles ist streng geheim, was wir wissen, basiert auf Leaks. Sprich: TISA ist noch intransparenter als TTIP – und genau so brisant!” weiterlesen

Nobelpreisträger appellieren an Regierungen

Mainauer Deklaration zum Klimaschutz

Am 03.07.2015, dem letzten Tag der 65. Lindauer Tagung, unterzeichneten 36 Nobelpreisträger mit der Mainau-Erklärung 2015 zum Klimawandel einen emphatischen Appell für den Klimaschutz. Darin heißt es, “dass die Nationen der Welt die Möglichkeit der Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel in Paris im Dezember 2015 nutzen müssen, entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, um künftig die globalen Emissionen zu begrenzen.”

Die Nobelpreisträger berufen sich in ihrer Deklaration auf den Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) der Vereinten Nationen.

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