Beiträge der Kategorie: Bücher

Ein Prozent ist genug

Buchneuerscheinung  – mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen – Lösungen in Zeiten geringen Wachstums

oekom-verlag - logoDie Fronten sind verhärtet: hier die Anhänger des Degrowth, die negatives Wachstum für unverzichtbar halten – dort die Mehrheit der Wachstumsgläubigen, die noch immer von zweistelligen Zuwächsen träumt, obwohl solche Zahlen auf Dauer unmöglich sind. Doch gibt es wirklich keine Lösungen dazwischen? weiterlesen

Neue Veröffentlichung der FGEÖR: “Systemänderung oder Kollaps unseres Planeten”

Erklärung der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating (FGEÖR) der Goethe-Universität Frankfurt

FGEÖR - Systemänderung oder Kollaps unseres Planeten - Cover00021997 veröffentlichte die FGEÖR den sogenannten Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden (FHL) – Ethische Bewertung von Unternehmen. Nach fast zwanzig Jahren war nun es an der Zeit, sich an eine kritische Relektüre zu wagen, denn viel hatte sich inzwischen in der Nachhaltigkeitsdiskussion bewegt und verändert – und nicht nur zum Besten: Der Begriff selbst ist durch dutzendfache Definitionsversuche reichlich verunklart worden; Ratingagenturen missbrauchen ihn in seiner schwachen Form ebenso wie Industrie-Unternehmen zum Greenwashing. Das Ergebnis ist eine weitestgehende Aufspaltung der Nachhaltigkeitsforschung. Daher bleibt ihre Wirkung auf Politik und Gesellschaft schwächer als seinerzeit erwartet. Hier setzt die Neuauflage des FHL an: Mit einem starken Nachhaltigkeitsbegriff und daran orientierten aktualisierten Kriterien will er Ordnung in die Diskussion und Klarheit in die Argumentation bringen. weiterlesen

Transformation Europas zu nachhaltigem Ressourcenmanagement

 EEA Report “More from less – material resource efficiency in Europe” und 32 Länderprofile erschienen

Viele europäische Staaten setzen inzwischen auf die wirtschaftlichen Vorteile einer effizienteren Nutzung von Ressourcen wie Metalle, fossile Brennstoffe und Mineralien. Aber noch besteht Handlungsbedarf um diesen Trend zur Ressourceneffizienz mit wirksamen Politiken zur Energie- und Materialeffizienz, zur Abfall- sowie zur Kreislaufwirtschaft zu verstetigen.

Beispiele für in den Länderprofilen vorgestellte Ressourceneffizienzpolitiken, -instrumente oder -ziele - Grafik © EEA-report

Factsheets zum Stand von Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft in allen 32 europäischen Ländern sowie ein Gesamtbericht hat nun die Europäische Umweltagentur (EEA) herausgebracht. Diese waren in den letzten 18 Monaten vom European Topic Centre Waste and Materials in Green Economy (ETC-WMGE), das unter Beteiligung des Wuppertal Instituts die EEA in Fragen und Studien zur Transformation Europas in Richtung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements unterstützt, in Zusammenarbeit mit VITO erabeitet worden. Dabei entstand eine umfassende Erhebung zum State-of-the-art der nationalen Ressourceneffizienz- und Circular Economy Politiken, Strategien, Ziele, Institutionen und Instrumente unter allen 32 EU-Mitgliedstaaten und den mit der EEA kooperierenden Ländern. weiterlesen

Deutschland auf Weg in Kreislaufwirtschaft?

FES-Publikation zur Kreislaufwirtschaft erschienen

WISO-Diskurs Deutschland auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft TitelDeutschland ist in Bezug auf seine Recycling-Quote Weltmeister, doch von der Kreislaufwirtschaft ist es noch weit entfernt. So das Urteil von Henning Wilts vom Wuppertal Institut, der den aktuellen Stand der Kreislaufwirtschaft in Deutschland für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) analysiert hat. Ihre Weiterentwicklung ist nicht nur aus klima- und umweltpolitischen Gründen gerechtfertigt, sie ist auch aus wirtschaftspolitischer Sicht integraler Bestandteil einer Ressourceneffizienz-Strategie. Die Studie macht konkrete Vorschläge, wie Deutschland dem Ziel geschlossener Kreisläufe näher kommen kann. Wilts schlussfolgert, dass die Kreislaufwirtschaft mehr als eine verbesserte Abfallwirtschaft sei, dafür aber auch neue Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Board holen müsse. Um diese unterschiedlichen Akteuren zusammen zu bringen, brauche es einen klaren regulativen Rahmen, welcher wiederum einen neuen Instrumentenmix und Policymix benötige. weiterlesen

Gemeingüter schützen!

Gerhard Scherhorn: Wachstum oder Nachhaltigkeit

Scherhorn-Wachstum-oder-Nachhaltigkeit-TitelDas zentrale Menschheitsproblem neben dem Klimawandel und der Armut ist der Substanzverzehr, der Verbrauch der Gemeingüter, seine Ursachen die Fixierung auf Wirtschaftswachstum und kurzfristiges Denken. Die großen Krisen der Gegenwart, wie Lehman Brothers, Massenflucht, Klimakatatsophe sind Bankrotterklärungen der Kurzfristigkeit. Die Lösung liegt im Ende der Wachstumspolitik, in einer Politik der Nachhaltigen Entwicklung. Diese lässt die nachhaltige Produktion in den Grenzen des Substanzerhalts wachsen und die nicht nachhaltige schrumpfen. Sie wird erst gelingen, wenn langfristiges Denken das kurzfristige abgelöst hat, wenn nicht immer noch mehr Wachstum, sondern Nachhaltigkeit das Ziel der Wirtschaftspolitik ist. Das erfordert eine neue Verantwortlichkeit für die Gemeingüter. Und es ist durchsetzbar, wenn die im Grundgesetz festgelegte Sozialbindung des Eigentums auf das Kapitaleigentum ausgedehnt wird.

gerhard scherhorn - Foto © altius verlag Der Sozialökonom und Konsumtheoretiker Gerhard Scherhorn, emeritierter Professor an der Universität Hohenheim, “besticht in seinem vom Altius Verlag herausgebenen Band ‘Wachstum oder Nachhaltigkeit’ mit messerscharfen Analysen vom sozialen Wesen Mensch und seinen (wirklichen) Bedürfnissen, vom Wachstumsparadigma, das von Politik, Wirtschaft und schließlich auch vom Konsumenten gepredigt und durchgesetzt wird und von der Ausbeutung (oder Kultivierung) der Gemeingüter. Hervorzuheben sind die zahlreichen Problemanalysen, die Scherhorn dann zu fs-entwurf54Lösungsansätzen führt”. (Stephan Bohle auf futurestrategy.de/wachstum-oder-nachhaltigkeit)

 

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Buch zum Billigwahn

“Cheaponomics ist eine todbringende Achterbahnfahrt, eine Reise zur Hölle.”

Cheaponomics - TitelDass “billig” oft gerade nicht “preiswert” ist, wissen wir längst – eigentlich. Trotzdem verfehlen Sprüche wie “Geiz ist geil” oder “ich bin doch nicht blöd” ihre Wirkung nicht. Vom altehrwürdigen Feilschen auf dem Bazar (auch bei uns ist ja inzwischen Handeln offiziell erlaubt), also vom Erzielen des günstigsten Preises geht eine Faszination aus – wir sind erst dann mit einem Kauf zufrieden, wenn wir “ein Schnäppchen” gemacht haben, wie wir es verniedlichend nennen. Dass dahinter etwas Zerstörerisches lauert, macht der amerikanische Soziologe Michael Carolan in seinem Buch “Cheaponomics – Warum billig zu teuer ist” eindrucksvoll klar.

Carolan*) beginnt mit einem Widerspruch: “Heutzutage muss alles billig sein. Dann aber auch wieder nicht. Meine sechsjährige Tochter beklagte sich neulich, dass ihre Plastikspielsachen bereits kurz nach dem Kauf kaputtgingen: ‘Diese billigen Spielsachen sind aber wirklich billig!’ Dies ist ein gutes Beispiel für die doppelte Bedeutung des Wortes: ‘billig’ im Sinne von ‘niedrig im Preis’ und im Sinne von ‘schlecht, unzulänglich'”. In diesem Sinne sei “billig” sei eine gleichermaßen anhzustrebende wie auch zu vermeidende Eigenschaft. (Was das Englische nicht hergibt, ist die dritte Bedeutung von “billig” im Deutschen im Sinne von “recht und billig”, das englische “fair” – oft ist “billig” einfach das Gegenteil: “unfair”.) weiterlesen

Naomi Kleins Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima

Die Kohle muss im Boden bleiben. Eine Rezension von Uwe Dörwald, schwarz-auf-weiss.org

Am 07.08.2015 veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters unter dem Titel „The reality of global warming: We’re all frogs in a pot of slowly boiling water“ einen Beitrag zum Thema Klimawandel . Darin finden sich Fakten wie zum Beispiel die bis jetzt messbare Erwärmung, der langfristige Trend der Temperaturentwicklung an Land und über dem Wasser sowie eine Statistik über die wärmsten Jahre seit 1880. Roz Pidcock stellte in seinem Beitrag fest „it’s clear that as temperature rises, so do the risks“ und er kommt zu dem Schluss: „The science is solid enough that whatever we choose, we can’t tell future generations that we didn’t know the risks (of global warming).“

In der gleichen Woche, in der Reuters seinen Artikel publizierte, war der Autor dieser Kritik am Rhône-Gletscher und hat sich mit eigenen Augen angeschaut, was der Klimawandel bedeutet.


Schwund der Zunge des Rhonegletschers: Die Gletscherstirn, die um 1900 noch den Talboden hinter der Ortschaft Gletsch erreichte, schmolz bis 2008 so weit ab, dass man von diesem Standort aus kaum mehr Eis erkennen konnte. – Swisseduc.ch/glaciers online lässt auf seiner Seite die beiden Fotos zur Deckung kommen.

Irreversible Kippschalter

Sieht man das Schmelzen des Gletschers und auch vieler anderer Gletscher, bleibt man einigermaßen traurig, aber auch ein wenig zornig zurück: Traurig über den Verlust eines erhabenen Teils der Natur, zornig über den Schlaf der politischen Entscheidungsträger, die viel zu wenig gegen den Klimawandel tun. Die Auswirkungen des Klimawandels sind sichtbar und signifikant. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ist die fundierte wissenschaftliche Erkenntnis, dass es im Klima- wie im Ökosystem Kipp-Punkte gibt, hinter die man nicht mehr zurück kann, wenn sie einmal überschritten sind1.
Das macht die Differenz zu anderen Krisen aus. Ein Weg zurück ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr möglich. weiterlesen

Appell des Dalai Lama an die Welt

…anlässlich seines 80. Geburtstags: „Ethik ist wichtiger als Religion“

Franz Alt interviewt geistliches Oberhaupt der Tibeter – kostenlos als eBook in 8 Weltsprachen – seit Wochen Nr. der Spiegel-Bestseller-Liste – Dalia Lama, Alt und Verlag spenden Erlös

Dalai-Lama-Ethik-wichtiger-als-Religion - TitelIn seinem Appell an die Welt entwirft der Dalai Lama eine neue säkulare Ethik als Basis für ein friedliches Jahrhundert. Nicht Religionen werden die Antwort geben, sondern die Verwurzlung des Menschen in einer Unterschiede überwindenden Ethik. Ein herausfordernder, mutmachender Text eines bescheidenden wie bedeutenden Mannes unserer Zeit.

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, feierte am 06.07.2015 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass erschien am 01.06.2015 ein Gespräch zwischen dem populären Friedensnobelpreisträger und dem Fernsehjournalisten und Bestsellerautor Franz Alt in Buchform. Unter dem Titel „Der Appell des Dalai Lama an die Welt“ wirbt dieser für ein weltumspannendes und religionsübergreifendes Bekenntnis zur Ethik und erklärt: „Ethik ist wichtiger als Religion“.

Franz Alt - Foto © Caren Alt_Sonnenseite.de„Dieser zunächst kurze und prägnante Leitsatz hat ein gewaltiges Potenzial, denn er birgt neben der spirituellen Komponente auch politische, wissenschaftliche und soziale Elemente und inspiriert zu einem grundlegenden Diskurs über den Stellenwert der Weltreligionen,“ erklärt Franz Alt, der seit Jahrzehnten mit dem Dalai Lama befreundet ist.

In dem Buch geht der Dalai Lama sogar noch einen Schritt weiter: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen,“ so der Dalai Lama. weiterlesen

Freie Bürger – Freie Forschung

Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm

“Freie Fahrt für freie Bürger!” war einmal ein zwar ziemlich problematischer aber umso erfolgreicher Slogan des ADAC. Ob Herausgeber Peter Finke bei seinerm Buch daran gedacht hat, wissen wir nicht, der Titel wird aber dank seiner recht gut merkbar. Der Untertitel ” Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm” tut ein Übriges. In seinem neuen Buch treibt Citizen-Science-Experte Peter Finke die Diskussion um die Bürgerwissenschaften weiter voran. Er sagt: “Der isolierte Elfenbeinturm hat ausgedient – ehrenamtliche Forschung revolutioniert den Wissenschaftsbetrieb”.

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Peak Democracy

“Instandbesetzung der politischen Institutionen”

Le Monde diplomatique - Globalisierungsatlas - Titel„Wie können – unter Bedingungen schrumpfender Wachstumsraten – Arbeitsplätze, Renten, Bildung, medizinische Versorgung gesichert werden? Wie können die Ess- und Mobilitätsgewohnheiten einer ganzen Bevölkerung verändert werden? Wie definiert man angesichts der kommenden Rationalisierungswellen „gute Arbeit“? Diese entscheidenden Fragen stellt Mathias Greffrath im Prolog des neuen Atlas für Globalisierung von Le Monde diplomatique.

Darin geht es um das wichtigste globale Zukunftsthema überhaupt: Postwachstum. Was Wachstum ist, weiß jeder – ohne Wachstum gibt es angeblich keinen Wohlstand, keine Freiheit, keinen Erfolg. Doch auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. Wir ahnen schon lange, dass es so nicht weitergehen kann. Aber was dann? Der Postwachstumsatlas versucht, Antworten zu geben. Ein notwendiges Buch für alle, die nachdenken.

Greffrath schließt seinen Prolog (“Wider die globale Unvernunft”) mit einem Aufruf zur “Instandbesetzung der politischen Institutionen”: “Alle Überlegungen zur ‘Postwachsturnsgesellschaft’, alle Pioniertaten könnten Übungen in Vergeblichkeit bleiben, wenn sie nicht mit einer Politisierung der ökologischen Aktivisten und einer Instandbesetzung der politischen Institutionen einhergehen. Denn noch stehen diese, aber ihre Fundamente schwanken und ihre Fassaden sind durchlöchert. Zurzeit scheint das die anstrengendere, langweiligere, langwierigere, gelegentlich gar verachtete Arbeit zu sein – aber es gibt nicht nur einen Peak Oil, einen Peak Soil, einen Peak Water, es gibt auch einen Peak Democracy.” weiterlesen