Beiträge der Kategorie: Wirtschaftsethik

TTIP: USA versuchen Europäer zu spalten

Exklusiv-Recherche von Recherchebüro Correctiv (www.correctiv.org) und Tagesspiegel

Die EU-Kommission befürchtet, dass die Amerikaner versuchen werden, die Vielstimmigkeit Europas auszunutzen und Uneinigkeit unter den Europäern zu säen, um ihre Verhandlungsposition zu schwächen. Das geht aus vertraulichen Dokumenten über die TTIP-Verhandlungen vor, die das Recherchebüro Correctiv veröffentlicht hat. Man dürfe „sich nicht auseinander dividieren lassen“, mahnte die Kommission in interner Runde, wie es in einem Bericht über ein Treffen der Vertreter der EU-Regierungen mit der Kommission am 11. Juli 2014 heißt.

->Quelle und ganzen Artikel lesen: m.tagesspiegel.de

Gabriel will Dokumente

Die Bundesregierung fordert die EU-Kommission auf, ihre neue Geheimhaltung beim Freihandelsabkommen TTIP rückgängig zu machen. In einem Brief an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nennt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die jüngste Entscheidung der Kommission „einen sehr bedauerlichen Rückschritt“ in den „gemeinsamen Bemühungen um größtmögliche Transparenz“. So steht es in einem Brief, der CORRECT!V exklusiv vorliegt. Gabriel bittet die EU-Kommissarin in dem Schreiben darum, Berichte über die TTIP-Verhandlungen weiterhin schriftlich an die Regierungen zu senden und den Abgeordneten auch Zugang zu den Vertragsentwürfen zu geben. (Es war bekannt geworden, dass Malmström ihre Behörde angewiesen hatte, keine Protokolle über die EU-Verhandlungen mehr an die Mitgliedstaaten zu versenden.)

->Quellen:

Naomi Kleins Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima

Die Kohle muss im Boden bleiben. Eine Rezension von Uwe Dörwald, schwarz-auf-weiss.org

Am 07.08.2015 veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters unter dem Titel „The reality of global warming: We’re all frogs in a pot of slowly boiling water“ einen Beitrag zum Thema Klimawandel . Darin finden sich Fakten wie zum Beispiel die bis jetzt messbare Erwärmung, der langfristige Trend der Temperaturentwicklung an Land und über dem Wasser sowie eine Statistik über die wärmsten Jahre seit 1880. Roz Pidcock stellte in seinem Beitrag fest „it’s clear that as temperature rises, so do the risks“ und er kommt zu dem Schluss: „The science is solid enough that whatever we choose, we can’t tell future generations that we didn’t know the risks (of global warming).“

In der gleichen Woche, in der Reuters seinen Artikel publizierte, war der Autor dieser Kritik am Rhône-Gletscher und hat sich mit eigenen Augen angeschaut, was der Klimawandel bedeutet.


Schwund der Zunge des Rhonegletschers: Die Gletscherstirn, die um 1900 noch den Talboden hinter der Ortschaft Gletsch erreichte, schmolz bis 2008 so weit ab, dass man von diesem Standort aus kaum mehr Eis erkennen konnte. – Swisseduc.ch/glaciers online lässt auf seiner Seite die beiden Fotos zur Deckung kommen.

Irreversible Kippschalter

Sieht man das Schmelzen des Gletschers und auch vieler anderer Gletscher, bleibt man einigermaßen traurig, aber auch ein wenig zornig zurück: Traurig über den Verlust eines erhabenen Teils der Natur, zornig über den Schlaf der politischen Entscheidungsträger, die viel zu wenig gegen den Klimawandel tun. Die Auswirkungen des Klimawandels sind sichtbar und signifikant. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ist die fundierte wissenschaftliche Erkenntnis, dass es im Klima- wie im Ökosystem Kipp-Punkte gibt, hinter die man nicht mehr zurück kann, wenn sie einmal überschritten sind1.
Das macht die Differenz zu anderen Krisen aus. Ein Weg zurück ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr möglich. weiterlesen

Post 2015-Agenda der UN verabschiedet

Staatengemeinschaft setzt sich neue Ziele bei Armut und Umweltschutz – Hendricks: “Historische Entscheidung!”

Eine Mitteilung aus dem BUMB: Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Post 2015-Agenda erstmals eine umfassende Agenda für Nachhaltige Entwicklung gesetzt. Sie wurde am am 02.08.2015 nach einer zwölftägigen Verhandlungsphase per Akklamation von allen UN-Mitgliedsstaaten angenommen. Der erfolgreiche Ausgang der Verhandlungen bildet die Grundlage für den UNO-Nachhaltigkeitsgipfel aller Staats- und Regierungschefs in diesem September, bei dem die Agenda abschließend verabschiedet wird. Die Entscheidung verschafft auch der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember eine gute Ausgangslage.

Barbara Hendricks bei Amtsübernahme - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftBundesumweltministerin Barbara Hendricks: “Die Entscheidung über die Nachhaltigkeitsagenda der UN ist historisch. Erstmals verbindet die Weltgemeinschaft systematisch die Bekämpfung von Armut mit der Bewahrung unseres Planeten. Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zur 2030-Agenda bringt erfreulichen Rückenwind für den globalen Umweltschutz, und kann weltweit für bessere Sozialstandards und für ein wesentlich umweltverträglicheres Wirtschaften sorgen. Die im Verhandlungsergebnis enthaltenen Nachhaltigkeitsziele werden die dringend erforderlichen Transformation zu einer nachhaltigen, klima- und umweltverträglichen Entwicklung kräftig voranbringen.”

Die Agenda mit dem Titel “Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development” liefert erstmals einen weltweit gültigen Umsetzungsplan. Darin einigten sich alle Mitglieder der Vereinten Nationen auf 17 konkrete Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, zur Armutsbekämpfung, zu sozialen Fragen und zum Umweltschutz. Diese erarbeiteten mehrere Gremien der UNO innerhalb der vergangenen drei Jahre, allen voran die offenen Arbeitsgruppen zu den so genannten Sustainable Development Goals (SDG), die die Kernelemente der Agenda bilden. Sie ersetzen die bisherigen Millennium-Entwicklungsziele und sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.

Natur setzt sich durch - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20110409Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 beim UNO?Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden soll, wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Mit den überwiegend auf 2030 ausgestellten Zielen soll die überfällige Transformation der Volkswirtschaften in Richtung einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung weltweit kräftig vorangetrieben werden. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Armut, Hunger und ein mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbundenes Wirtschaften zeigen, dass weltweit umgesteuert werden muss.
Die 2030-Agenda soll die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gestalten und so auch für kommende Generationen die Chance auf ein erfülltes Leben sichern. In einem mehr als dreijährigen internationalen Vorbereitungsprozess wurde eine global ausgerichtete und auf alle Länder universell anwendbare Agenda mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen erarbeitet. Das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium haben sich darin gemeinsam mit der gesamten Bundesregierung für eine ambitionierte 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung eingesetzt, die den staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit global und national vorantreibt.

Deutschland hatte in den Verhandlungen besonders den Zielkatalog, den Überprüfungsmechanismus und die Präambel proaktiv gestaltet. Staatsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die an den Verhandlungen teilnahm: “Die Staatengemeinschaft hat ein klares Signal zur Unterstützung für die neue Nachhaltigkeitsagenda gesetzt. Jetzt geht es darum, sie umzusetzen und mit Leben zu füllen.”

->Quellen und mehr:

CDU-Kommission “Nachhaltig leben – Lebensqualität bewahren” legt Bericht vor

Mensch und Bewahrung der Schöpfung im Mittelpunkt

cdu logoDer CDU-Bundesvorstand hat auf der Klausurtagung im Februar 2014 in Erfurt beschlossen, drei Kommissionen einzusetzen, die die Parteiarbeit inhaltlich und programmatisch weiterentwickeln sollen. Diese Kommissionen sollen sich mit zentralen Politikfeldern wie der Zukunft der Arbeit, dem Zusammenhalt der Gesellschaft und einem nachhaltigen Leben beschäftigen. Geleitet wurden die Kommissionen durch die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden.

CIMG7361Die Kommission Nachhaltig leben – Lebensqualität bewahren: Die CDU will auch für die Zukunft die Weichen für eine hohe Lebensqualität und ein nachhaltiges Leben stellen. Die Kommission leitete die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner. Jetzt haben die Mitglieder abschließendihren Bericht  beraten. Der Bericht stellt den Menschen und die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt des Handelns.

Der CDU-Bundesvorstand wird ihn im September 2015 behandeln und zu einem Antrag an den nächsten Parteitag der CDU Deutschlands im Dezember 2015 weiterentwickeln.

EÖR-Blog dokumentiert…

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Nobelpreisträger appellieren an Regierungen

Mainauer Deklaration zum Klimaschutz

Am 03.07.2015, dem letzten Tag der 65. Lindauer Tagung, unterzeichneten 36 Nobelpreisträger mit der Mainau-Erklärung 2015 zum Klimawandel einen emphatischen Appell für den Klimaschutz. Darin heißt es, “dass die Nationen der Welt die Möglichkeit der Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel in Paris im Dezember 2015 nutzen müssen, entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, um künftig die globalen Emissionen zu begrenzen.”

Die Nobelpreisträger berufen sich in ihrer Deklaration auf den Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) der Vereinten Nationen.

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G7-Gipfel-Dokumente und Kommentare von Oxfam und ONE

Forum Eine Welt – Dokumente zum G7-Gipfel in Elmau
Oxfam: G7 machen verhaltenen Schritt beim Klimaschutz, bleiben bei Armutsfragen aber unverbindlich
ONE:
Elmau darf kein Luftschloss sein

Das Forum Eine Welt der SPD weist darauf hin, dass die Abschlussdokumente des G7-Gipfels in Elmau über folgenden Link abrufbar sind: https://www.g7germany.de/Content/DE/StatischeSeiten/G7/g7-gipfel-dokumente.html.  Außerdem im Anhang Stellungnahmen von Oxfam und ONE zu den Ergebnissen des G7-Gipfels.

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Nachhaltigkeit im Wettbewerb verankern

Rechtsgutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung bestätigen Kompatibilität der EÖR-Vorschläge mit EU und WTO

FGEÖR - Gutachten - TitelAm 28.04.2015 hatte der EÖR-Blog zwei Rechtsgutachten vorab ins Internet gestellt, die den Vorschlägen der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating Kompatibilität mit den Vorschriften von EU und WTO bescheinigten. Sie sind jetzt als “WISO-Diskurs” im Druck erschienen. Ausgehend von drei Erkenntnissen hatte die Forschungsgruppe Gesetzesänderungen angeregt, um die Nachhaltigkeit des Wettbewerbs zu befördern:

  1. Unsere Gesetze verhindern Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit bedeutet Erhaltung der Gemeingüter – der Rohstoffe, der Ökosysteme, der Gesundheit usw. Doch bisher ist es nicht generell verboten, Kosten auf diese abzuwälzen (zu „externalisieren“). Solange das gilt, zwingt der Wettbewerb die Unternehmen zum Raubbau an den Gemeingütern.
  2. Die Gesetzgebung muss die Erhaltung der Gemeingüter vorschreiben, indem sie es allen, die ein Gemeingut beanspruchen, zur Pflicht macht, das Verbrauchte wiederherzustellen bzw. zu ersetzen, soweit es sich nicht selbst regeneriert. Unternehmen müssen künftig in die Erhaltung der von ihnen genutzten Gemeingüter ebenso investieren wie heute in die Erneuerung der eigenen Anlagen oder in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.
  3. Die Soziale Marktwirtschaft wird erst durch den Schutz der Gemeingüter voll verwirklicht. Denn dann beruht die Marktleistung auf Substanzerhaltung statt wie jetzt auf Substanzverzehr, bewirkt der Markt Beschäftigung statt wie bisher Ausgrenzung, und bringt der Wettbewerb gerechtere statt wie heute ungleichere Verteilung hervor.

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PIK: Eine neue industrielle Revolution

Studien zum Stoffwechsel der Gesellschaft

PIK logoNur mit einer umfassenden Veränderung unserer bebauten Umwelt – Städte, Verkehrssysteme, Stromerzeugung – kann dauerhaft ein Wandel zur Nachhaltigkeit erreicht werden. Das ist eines der Ergebnisse eines ganzen Bündels von Studien, die jetzt als Sonderteil in den Proceedings of the National Academy of Sciences erscheinen und vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) koordiniert wurden. Die Themen reichen dabei von den Effekten der Verstädterung bis zur materiellen Basis moderner Gesellschaften; es ist Grundlagenforschung für Entscheidungsträger.

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Ökonomie-Studium: einfallsloses Neo

Wirtschafts-Studenten klagen über Einheitsbrei

PluraleÖkonomik

 

Video aus plusminus (SR) vom 03.06.2015 verfügbar bis 02.06.2016Play

Viele Studierende in Deutschland sind unzufrieden mit dem Lehrangebot in den Wirtschaftswissenschaften. Was ein Spötter einmal als “Unterabteilung der spekulativen Psychologie” ab tat – in der Tat stimmte bis heute noch keine einzige der Prognosen der so genannten “Wirtschaftsweisen” – ist für die übergroße Mehrheit “zu theoretisch, zu formalistisch, zu wirklichkeitsfremd”, schreibt Hermann G. Abmayr über seinen sehenswerten Beitrag in der ARD-Sendung plusminus vom 03.06.2015logo_website_newBundesweit haben sie sich inzwischen im Netzwerk „Plurale Ökonomik“ zusammengeschlossen, es gibt bereits Gruppen an 24 Universitäten zwischen Hamburg und München.

Keine Ethik

„Ich hatte in fünf Jahren Studium hier nichts zum Geldsystem, keine Wirtschaftsgeschichte“, berichtet Lino Zeddies von der Fachschaft Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität (FU) Berlin und Sprecher der „Pluralen Ökonomik“. Weder habe man sich mit der Finanzkrise auseinandergesetzt, noch spiele das Fach Ethik beim Wirtschafts-Studium eine Rolle (obwohl es in Frankfurt inzwischen einen eigenen Lehrstuhl Wirtschaftsethik gibt) – geschweige denn, dass man über politische Zusammenhänge wirtschaftlicher Entwicklungen etwas erfahre. Ebenso Fehlanzeige bei Themen wie Hunger, Klimawandel und soziale Ungleichheit. weiterlesen