“Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik”

Forschungswende logoDie Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende hat unter dem Titel “Zivilgesellschaft beteiligen. Perspektiven einer integrativen Forschungs- und Innovationspolitik ” ein Working Paper veröffentlicht, das einen Einblick in die Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen auf Forschung und Innovation gibt. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse aus europäischen Forschungsprojekten zu Partizipation in Forschung und Innovation ergänzen die Darstellung.

Endliche Ressourcen und der drängende Zeithorizont für eine Trendwende in der Erderwärmung erfordern innovative Forschungsansätze ebenso wie eine Beschleunigung der Umsetzung von technologischen wie sozialen Innovationen. Dies kann nur mit mehr Partizipation aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen. Diesen Prozess zu gestalten ist eine Herausforderung, die von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in neuen Netzwerken und auf unbekannten Pfaden gestaltet werden muss. Zivilgesellschaftliche Akteure sind hier wichtige Partner, die sich auf den (manchmal steinigen und unbequemen) Weg gemacht haben, um sich in die Diskussion über unsere gemeinsame Zukunft einzubringen.

In dem Working Paper, das im Rahmen eines BMUB/UBA Verbändeförderprojektes geschrieben wurde, stellt die Forschungswende lösungsorientierte Handlungsansätze dar, um Partizipation der zivilgesellschaftlichen Akteure wirkungsorientiert zu gestalten. Der EÖR-Blog zitiert die Zusammenfassung. weiterlesen

Freie Bürger – Freie Forschung

Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm

“Freie Fahrt für freie Bürger!” war einmal ein zwar ziemlich problematischer aber umso erfolgreicher Slogan des ADAC. Ob Herausgeber Peter Finke bei seinerm Buch daran gedacht hat, wissen wir nicht, der Titel wird aber dank seiner recht gut merkbar. Der Untertitel ” Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm” tut ein Übriges. In seinem neuen Buch treibt Citizen-Science-Experte Peter Finke die Diskussion um die Bürgerwissenschaften weiter voran. Er sagt: “Der isolierte Elfenbeinturm hat ausgedient – ehrenamtliche Forschung revolutioniert den Wissenschaftsbetrieb”.

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„Es geht nur um Qualität“

Interview mit Michael Braungart, einem der Erfinder des Wirtschaftskonzeptes „Cradle to Cradle“ und Professor an der Erasmus-Universität Rotterdamm

Interview: Marcus Noack – zuerst veröffentlicht auf: umwelthauptstadt.de – mit freundlicher Genehmigung

Frage: Wofür steht das Konzept Cradle to Cradle?
Braungart: Das Konzept „Cradle to Cradle“ steht für Innovation und Qualität. Es hat nichts mit traditioneller Nachhaltigkeit zu tun. Es geht darum Produkte herzustellen, die viel bessere Qualität haben, als es bisherige sind. Dabei werden alle Produkte noch einmal neu erfunden, entweder für die Biosphäre oder die Technosphäre. Dinge, die verschleißen wie Bremsbelege oder Schuhsolen werden für die Biosphäre neu entwickelt. Dinge, die nur genutzt werden wie Maschinen oder Fernseher werden für die Technosphäre entwickelt, es entsteht also kein Abfall sondern allles ist Nährstoff für die Bios- oder Technosphäre. Cradle to Cradle feiert den menschlichen Fußabdruck anstatt ihn zu minimieren.

Michael Braungart und Johanhnes Hoffmann (web) - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20150320Michael Braungart mit dem Leiter der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating, Prof. Johannes Hoffmann – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Ist Cradle to Cradle ein weiteres Nachhaltigkeits-Modell?
Wir haben die 40 Jahre Weltuntergangsdiskussion seit dem Club of Rome-Bericht von 1972 genutzt, um bessere Produkte zu machen. Nachhaltigkeit ist nur das Minimum, also sozusagen etwas zu tun, das den anderen nicht schädigt oder Schaden auszugleichen, den man verursacht hat.
Wie sind Sie damals vor 25 Jahren auf den Cradle to Cradle Ansatz gekommen?
Das ist relativ einfach. Ich habe eine ganze Reihe von Kollegen, mit denen ich nach wie vor zusammen arbeite, wie etwa Katja Hansen oder Douglas Mulhall. Die Idee zu Cradle to Cradle entstand nach der Sandoz-Katastrophe. Damals hatte die schweizerische Chemie gefragt, wie es nun weitergehen solle. Wir haben gesagt, ein Problem kann mit der selben Denkweise gelöst werden, wie es verursacht wurde. Cradle to Cradle verbindet die europäische Komplexität mit der amerikanischen Handlungsorientierung. In Europa wird man für Probleme bezahlt, in Amerika fürs Handeln. Cradle to Cradle verbindet ganz viele Kulturen. Es braucht Lebensfreude, also Menschen, die sich freuen, auf der Welt zu sein. Heute geht es darum, die Menschen als Chance zu sehen und nicht als Schädlinge.
Sie halten unter anderem an der Leuphana Universität die Professur Cradle to Cradle und Öko-Effektivität. Was ist die Vision hinter Cradle to Cradle?
Im Augenblcik bin ich in Lüneburg beurlaubt bis 2017. Ich lehre an der Erasmus Universität in Rotterdamm, habe dort einen Lehrstuhl in der European Business School, welche zur Zeit die angesehenste öffentliche Business-School in Europa ist. Ich möchte zeigen, dass Cradle to Cradle vor allem ein Wirtschaftskonzept ist, wie man Produkte machen kann, die nicht mit Sklavenarbeit aus Fernost konkurrieren müssen.
Wie produziert man “einfach intelligent”?
Die jetzigen Produkte sind erstaunlich primitiv was Umwelt- und Gesundheitsschutzrechtlichkeit anbelangt. Wir finden in Kinderspielzeug hunderte von schädlichen Chemikalien. Ein einfacher Parkzettel oder eine Euromünze ist nie für Hautkrankheiten entwickelt worden. Bei Cradle to Cradle geht es darum, die Dinge für die Bios- oder Technosphäre positiv zu definieren. Wir versuchen, die bestehenden Dinge zu optimieren und nicht neu zu machen. Die Produkte sind nicht teurer, wenn man sie in Bezug auf Umwelt und Gesundheit optimiert.
Können Sie abschätzen, ob die Implementierung von Cradle to Cradle in Unternehmen Mehrkosten verursacht?
Das Gegenteil ist der Fall. Wir stellen fest, dass die Unternehmen extrem profitabel werden, weil ihre Material-Lieferstrecken viel einfacher werden und viel bessere Produkte entstehen. Der Nachteil ist dann allerdings, dass diese Unternehmen so profitabel werden, wie sie nie zuvor waren und dann an irgendwelche Investoren verkauft werden, die dann als erstes das Budget für Cradle to Cradle senken, weil sie denken, dass Cradle to Cradle ein Moralthema sei. Die Moral ist aber immer dann weg, wenn man sie eigentlich bräuchte. Die Investoren denken also, es sei eine Art Luxus, den man sich nicht leisten könne.
Wieviel Prozent der Unternehmen haben schon einmal von cradle to cradle gehört?
Es lassen sich alle Produkte nach Cradle to Cradle herstellen. Wieviele davon gehört haben kann ich nicht sagen.
Wie sehr darf man Ihre Aussage ernst nehmen, dass Verschwendung nicht schlecht ist?
Das Höchste in Deutschland ist ein Passivhaus. Uns geht es darum Gebäude wie Bäume zu haben, die die Luft und das Wasser reinigen und nicht nur ein bisschen weniger Energie verbrauchen. Sie sollen also einen ökologischen Fußabdruck erzeugen, der ein Feuchtgebiet wird und die anderen Lebewesen unterstützt, nicht weniger schädlich zu sein. Die Erde hat über zehntausend Mal mehr Energieeintrag als wir jemals brauchen würden, wir müssen also nicht sparen, verzichten und vermeiden.
Gibt es eine Cradle to Cradle Community?
Ja, die Community organisiert sich selbst. Die Leute sehen beispielsweise einen Vortrag oder lesen einen Beitrag und entscheiden sich dann, mitzumachen. Es gibt in Deutschland den Cradle to Cradle e. V. mit ganz vielen jungen Studenten, es gibt Cradle-People, Cradle-Net oder Cradle-Supporters, aber auch Kirchengemeinden oder die IG-Metall. Mc Kinsey hat beispielsweise hunderte von Trainings zu Cradle to Cradle.
Muss nicht auch der Endverbraucher wissen was Cradle to Cradle ist, um “gute” von “schlechten” Unternehmen unterscheiden zu können?
Nein, gar nicht. Ich muss doch auch nicht wissen, wie ein Airback funktioniert. Wir haben zum Beispiel Unterwäsche für einen großen Hersteller gemacht, diese Unterwäsche ist die erste, die wirklich für Hautkontakt gemacht ist. Sollte jetzt der Hersteller darauf schreiben, dieser BH ist für Hautkontakt gemacht? Wenn er das täte, würde er ja alle anderen Dinge dabei diskreditieren. Es ist einfach nur ein gutes Produkt und sonst nichts weiter. Es geht um ganzheitlich umfassende Qualität.
Wie wird Cradle to Cradle von den Unternehmen praktiziert? Kommt es nur für vereinzelte Produkte zum Einsatz oder wird das komplette Unternehmen darauf ausgerichtet?
Die meisten Unternehmen richten das komplette Unternehmen auf Cradle to Cradle aus. Natürlich probiert jedes Unternehmen es zunächst einmal aus, so wie man den großen Zeh ins Badewasser steckt. Aber wenn man einmal verstanden hat, dass weniger schlecht nicht gut ist, dann kann man gar nicht mehr anders.
Kann man sagen welche Unternehmen mehr Cradle to Cradle für sich nutzen, sind es eher Großunternehmen, Mittelständler oder kleine Unternehmen?
Das kann man so nicht sagen. Schauen Sie sich Unternehmen wie Goodbaby (Video), Maersk oder Puma an, die alle ehrgeizige Ziele mit Cradle to Cradle verfolgen. Es kann also genauso gut die Frima Unilever sein wie auch der kleine Müsli-Hersteller. Familien-Unternehmen sind im allgemeinen schneller, weil sie einfach längerfristig denken und weil sie nicht fragen, wie kann ich möglichst viel Geld damit verdienen sondern wie kann ich möglichst gute Produkte herstellen. Man braucht Leute, die aus dem bestehenden Denken heraustreten und nach Innovationen suchen.
Wie ist der normale Ablauf, kommen die Unternehmen auf Sie oder gehen Sie auf die Unternehmen zu?
Wenn die Unternehmen nicht auf uns zukommen, dann arbeiten wir in der Regel nicht mit ihnen zusammen, da wir sonst das komplette mittlere Managament gegen uns haben.
Wie geht es mit Cradle to Cradle weiter?
Wir gehen davon aus, dass Europa bis 2030 auf Cradle to Cradle umgestellt ist. Wenn Sie sehen, wie die Ellen MacArthur Foundation es schafft, praktisch alle führenden Unternehmen Europas an einen Tisch zu bekommen, dann stimmt mich das sehr optimistisch. Ein Beispiel: Michail Gorbatschow hat mir einmal gesagt, dass für Glasnost und Perestroika nur drei Prozent Mitglieder der Kommunistischen Partei nötig waren. Er hat es geschafft, dieses hochgerüstete Imperium friedlich auseinader fallen zu lassen, das war eine riesen Leistung, realisiert mit nur wenigen Leuten. Bei Cradle to Cradle ist es ähnlich, obwohl es allmählich Main-Stream wird.

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Stichwort Ressourcenschonung

Für eine nachhaltige Rohstoffpolitik: Deutschland braucht die Rohstoffwende

Um Rohstoffe in Zukunft verantwortlich zu fördern, weiterzuverarbeiten und zu nutzen, braucht es konkrete, umfassende und rohstoffspezifische Nachhaltigkeitsziele. Diese müssen ökologische und soziale Herausforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Bislang wurde fast ausschließlich der ökonomische Faktor Verknappung bei der Strategieentwicklung für Rohstoffe beachtet; das Öko-Institut fordert jedoch einen umfassenderen Blick. Die Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating an der Frankfurter Universität ist zwar schon weiter, aber um jeden Bundesgenossen dankbar. weiterlesen

Peak Democracy

“Instandbesetzung der politischen Institutionen”

Le Monde diplomatique - Globalisierungsatlas - Titel„Wie können – unter Bedingungen schrumpfender Wachstumsraten – Arbeitsplätze, Renten, Bildung, medizinische Versorgung gesichert werden? Wie können die Ess- und Mobilitätsgewohnheiten einer ganzen Bevölkerung verändert werden? Wie definiert man angesichts der kommenden Rationalisierungswellen „gute Arbeit“? Diese entscheidenden Fragen stellt Mathias Greffrath im Prolog des neuen Atlas für Globalisierung von Le Monde diplomatique.

Darin geht es um das wichtigste globale Zukunftsthema überhaupt: Postwachstum. Was Wachstum ist, weiß jeder – ohne Wachstum gibt es angeblich keinen Wohlstand, keine Freiheit, keinen Erfolg. Doch auf einem begrenzten Planeten kann es kein unbegrenztes Wachstum geben. Wir ahnen schon lange, dass es so nicht weitergehen kann. Aber was dann? Der Postwachstumsatlas versucht, Antworten zu geben. Ein notwendiges Buch für alle, die nachdenken.

Greffrath schließt seinen Prolog (“Wider die globale Unvernunft”) mit einem Aufruf zur “Instandbesetzung der politischen Institutionen”: “Alle Überlegungen zur ‘Postwachsturnsgesellschaft’, alle Pioniertaten könnten Übungen in Vergeblichkeit bleiben, wenn sie nicht mit einer Politisierung der ökologischen Aktivisten und einer Instandbesetzung der politischen Institutionen einhergehen. Denn noch stehen diese, aber ihre Fundamente schwanken und ihre Fassaden sind durchlöchert. Zurzeit scheint das die anstrengendere, langweiligere, langwierigere, gelegentlich gar verachtete Arbeit zu sein – aber es gibt nicht nur einen Peak Oil, einen Peak Soil, einen Peak Water, es gibt auch einen Peak Democracy.” weiterlesen

Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft

Green Alley Award 2015 fördert innovative Recycling-Ideen

Bis zum 15. September können sich europäische Start-ups für den Green Alley Award, Europas einzigen Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft, bewerben. Gesucht werden die besten Geschäftsideen rund um Abfall, Ressourcenschonung und Recycling. Ausgerichtet wird der Gründerwettbewerb seit 2014 von dem Green Economy Investor Green Alley zusammen mit Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Seedmatch. Dem Gewinner winkt ein Paket aus Geld- und Sachleistungen im Wert von bis zu 20.000 Euro inklusive mietfreier Bürofläche in den Berliner Osram-Höfen und jede Menge Gelegenheiten zum Netzwerken in der Gründerszene Europas. Mehr Infos zum Wettbewerb unter www.green-alley-award.com.

Green Alley Award

2014: Drei Start-ups der Green Economy mit dem Green Alley Award ausgezeichnet – Mehrweg-Versandverpackungen, Schnäppchen-App für Lebensmittel und veganer Biodünger

Finnische Designer, Kölner Medienwissenschaftler und Berliner Agraringenieurinnen gewinnen den ersten deutschen Gründerwettbewerb rund um das Thema Abfall

Berlin, 30. September 2014. Drei Start-ups der Green Economy wurden heute in Berlin beim Finale des Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht“ für ihre Geschäftsideen mit dem Green Alley Award ausgezeichnet. Der Preis wurde vom Berliner Gründernetzwerk Green Alley und der Crowdfunding Plattform Seedmatch im Frühjahr 2014 initiiert. Damit sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen.

Für das Finale wurden sieben Gründerteams aus 70 Bewerbern ausgewählt, die heute in jeweils drei Minuten ihre Geschäftsmodelle einer Jury präsentiert haben. Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space nebeneinander und miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

RePack
Die finnischen Designer von RePack haben ein Mehrwegsystem für den Online-Handel entwickelt, mit dem die wiederverwendbaren Verpackungen bequem vom Verbraucher zurückgeschickt werden können. Als Anreiz erhält der Kunde einen Warengutschein, den er bei seinem Einkauf im Online-Store einlösen kann. Jurymitglied, Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch war begeistert von der Idee: „Dies ist eine absolut überfällige Innovation. Der Online-Handel boomt, dementsprechend wächst auch die Menge an Verpackungsmaterial. Das Gründerteam aus Finnland bringt eine Lösung für ein internationales Problem nach Berlin.“ Von Textilien bis hin zu Möbeln können verschiedenste Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen von RePack versandt werden.

FoodLoop
Die Motivation von FoodLoop Gründer Christoph Müller-Dechent war es, die tägliche Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu reduzieren. Laut Foodloop werden jeden Tag pro Supermarktfiliale zwei volle Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen, die noch Monate haltbar wären. Das erst im April 2014 gegründete Start-up hat eine App entwickelt, mit der Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums vom Handel preisreduziert angeboten und vom Verbraucher ausfindig gemacht werden können. Laut Jury ist die App eine einfache Idee mit großer Wirkung.

GreenLab Berlin
Am aktuellen Bio- und Vegan-Trend setzen die zwei Agrarwissenschaftlerinnen von GreenLab Berlin mit ihrem biologischen Dünger aus Lebensmittelabfällen an, den sie aus Kakaoschalen der Bio-Schokoladenproduktion entwickeln. Mit seinem Dünger, der nach Schokolade duftet, will das Team zeigen, dass biologische Kleingärtner keine Spießer sind, sondern neue Maßstäbe beim Urban Gardening setzen. Die Jury überzeugten sie durch das clevere Geschäftskonzept und durch ihren souveränen Umgang mit den kritischen Fragen zu Finanzierung, Wettbewerbern und Alleinstellungsmerkmalen. Laut GreenLab Berlin ist das Produkt der erste und einzige vegane Dünger, der derzeit im Handel erhältlich ist.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für den Green Alley Award waren der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert für die Gesellschaft und den Verbraucher. „Fachliches Know-how und eine gute Idee allein reichen nicht aus. Daher haben wir bei unserer Auswahl auch auf die Motivation sowie die Präsentations- und Begeisterungsfähigkeit der Gründer geachtet. Wer erfolgreich im Markt bestehen will, muss uneingeschränkt von seiner Idee überzeugt sein und das auch vermitteln können“, sagt Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer Green Alley GmbH bei der Preisverleihung.

Über Green Alley:
Green Alley ist die Anlaufstelle für Gründer der Green Economy mit Sitz in Berlin. Das Gründerzentrum bringt Start-ups, Innovatoren und junge Unternehmen unter einem Dach zusammen und unterstützt sie mit Gründungskapital, Know-how und Dienstleistungen, um ihre grünen Geschäftsmodelle erfolgreich am Markt zu etablieren.

Die Green Alley Investment GmbH ist eine 100%-igeTochter des Umwelt- und Entsorgungsspezialisten Landbell AG. Das Mainzer Unternehmen betreibt ein System zur Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und bietet langjährig erprobte Branchenlösungen. Die Rücknahme und Entsorgung von Elektroschrott, ein Pfandsystem für das Recycling von Einweg-Getränkeverpackungen, sowie Angebote für Industrieentsorgung, Transportverpackungen und das Gesamtdienstleistungspaket runden das umfassende Portfolio von Landbell ab.

Über Seedmatch
Seedmatch ist die erste und größte Crowdfunding-Plattform für Start-ups in Deutschland. Crowdfunding für Startups ist ein Finanzierungsmodell für Risikokapital, bei dem eine Vielzahl von Privatpersonen bereits ab 250 Euro online in junge Unternehmen investieren. Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 68 Finanzierungsrunden erfolgreich durchgeführt und über 19 Millionen Euro für Start-ups zusammengetragen. Seedmatch ist immer auf der Suche nach spannenden, zukunftsweisenden Unternehmen mit Kapitalbedarf.

->Quelle: dwr-eco.com

Richtig rechnen!

Gegen die Unvollständigkeit der betrieblichen Finanzbuchhaltung

Das Titelbild des Buches “Richtig rechnen!” von Christian Hiß, Vorstand der Regionalwert AG, nimmt sich selbst auf den Arm – “Erbsenzähler…”. Doch der Untertitel “Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ökonomischen Wende” stellt klar, worum es HIß geht: Weil “ökologische und soziale Nachhaltigkeit in unserer kapitalistisch orientierten Welt meist an letzter Stelle” kommen – nach dem Motto: „Wir können uns Natur- und Umweltschutz und soziale Leistungen erst dann erlauben, wenn das Wirtschaftliche stimmt,“ beginnt er an einem ungewöhnlichen Ende: Der Finanzbuchhaltung.

Denn seiner Meinung nach “ist das heutige Verständnis von Kapitalismus lediglich eine zurechtgelegte Rumpfform seiner selbst und baut auf einem Konstruktionsfehler der betriebswirtschaftlichen Rechnung auf”. Wirklich kapitalistisch werde nämlich erst dann gewirtschaftet, “wenn das Gesamtvermögen aller Werte einer Gesellschaft – also auch Naturräume, biologische Vielfalt, Versorgungssicherheit und Ressourcen – nicht verbraucht, sondern erhalten und vermehrt wird”. Und HIß fragt sich: Wie kommt es, dass falsch gerechnet wird und in der Folge Preise und Bilanzwerte entstehen, die nicht im Geringsten die ökonomische Wahrheit abbilden?

Grund ist laut Hiß “die Unvollständigkeit der betrieblichen Finanzbuchhaltung”. Diese vernachlässige wesentliche Investitionen in das Natur- und Sozialkapital. Das habe aber fatale Folgen, denn es verursache “versteckte ökonomische Risiken ungeahnten Ausmaßes”. Hiß fordert daher: “Die Buchhaltung muss daher dringend erweitert werden, um dann die Gesamtvermögensverhältnisse eines jeden Geschäftsjahres vollständig abzubilden. Denn eine Bilanz ist erst dann wirklich aussagekräftig, wenn sie die gesamte ökonomische Realität wiedergibt.” weiterlesen

BMWi: TTIP – Dienstleistungen standen im Fokus der 10. Verhandlungsrunde

 Mitteilung aus dem Ministerium

Die zehnte Verhandlungsrunde zwischen Europäischer Union (EU) und USA zur geplanten transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) wurde am 17. Juli in Brüssel abgeschlossen. Zuvor fand am 15. Juli – wie in jeder bisherigen Runde auch – eine Anhörung von Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsvertretern und anderen wichtigen Beteiligten statt.

Öffentliche Dienstleistungen bleiben unberührt

Ein Schwerpunkt der aktuellen Runde war der Marktzugang von Unternehmen im Bereich Dienstleistungen. Die Verhandlungspartner diskutierten ihre überarbeiteten Verhandlungsangebote in diesem Bereich, die Sie im Vorfeld ausgetauscht hatten. Der Verhandlungsführer der EU, Ignacio Garcia Bercero, unterstrich, dass öffentliche Dienstleistungen durch TTIP nicht berührt werden.

Er machte ebenfalls deutlich, dass die angestrebte regulatorische Zusammenarbeit unsere hohen Schutzstandards im Bereich Verbraucherschutz, Umwelt, Gesundheit, Arbeitnehmerrechte nicht absenken wird und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen nutzen wird.

->Quelle: bmwi.de

Campact korrigiert Griechenland-Klischees

“Selber schuld?”

blog_campact_logo_340x105Die Griechenland-Krise bewegt ganz Europa – und auch das Campact-Team. Was die Cammpaigner dabei besonders wurmt: Die Medien berichten einseitig über die Krise. Wie im Groschenroman sind Gut und Böse klar verteilt – und die Griechen schnell zum Sündenbock gemacht.

In diesem Meinungsklima mit Kampagnen für ein solidarisches Europa zu streiten, ist unglaublich schwierig. Deswegen lässt Campact im folgenden Video fünf Expert/innen mit Argumenten zu Wort kommen, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

Europa ist am vergangenen Wochenende knapp einem Desaster entgangen: Ein Grexit hätte die humanitäre Krise in Griechenland massiv verschärft – und dem Projekt Europa schweren Schaden zugefügt. Und auch mit einem neuen Sparprogramm und den Verhandlungen über ein drittes Kreditpaket ist die Krise noch lange nicht beendet. Sie wird uns auch in den kommenden Monaten stark beschäftigen.

Deswegen ist es auch nicht egal, wie in den Medien derzeit Schuld und Verantwortung verteilt werden. Nach wie vor dominiert ein einfaches Bild: Auf der einen Seite die eiserne Angela Merkel mit ihrem knallharten Unterhändler Wolfgang Schäuble, die das Geld der deutschen Steuerzahler/innen gegen die prassenden Griechen verteidigt. Auf der anderen eine linksradikale Regierung, die Europa monatelang an der Nase herumführt und alles Vertrauen verspielt hat. weiterlesen