Beiträge der Kategorie: Allgemein

MCC und PIK wollen Forschung zu globalen Gemeinschaftsgütern vertiefen

Edenhofer mit Rockström neuer PIK-Direktor

Ottmar Edenhofer - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für SolarifyOttmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), wird neben seiner Funktion am MCC künftig auch Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), wo er bisher Chefökonom war. Am PIK bildet er im September eine gleichberechtigte Doppelspitze gemeinsam mit Johan Rockström vom Stockholm Resilience Center – so eine MCC-Medienmitteilung . Das beschloss das Kuratorium des PIK unter Leitung des Brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am 23.02.2018. Der bisherige PIK-Chef und Gründungsdirektor Hans Joachim Schellnhuber geht in den Ruhestand.
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25 Jahre im Dienst der Nachhaltigkeit

Jubiläumstagung der Forschungsgruppe Ethisch-ökologisches Rating (FG EÖR) an der Frankfurter Universität in der Evangelischen Akademie Bad Boll

Susanne Bergius protokolliert - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftUnter dem Titel “Mehr Nachhaltigkeit! 25 Jahre FGEÖR” kamen etwa 50 Mitglieder, Unterstützer und Referenten am 3. und 4. November 2017 an den Rand der Schwäbischen Alb. Fazit: Nachhaltigkeitsratings sind ein wichtiger Zwischenschritt. Angesichts der SDGs müssen Politik, Agenturen, Finanzwelt und Forschung die Gangart erhöhen. – Ein Resümee von Susanne Bergius, 06.11.2017.

Die Impulskraft von Nachhaltigkeitsratings und nachhaltigen Investments sowie die Orientierung von Unternehmen und Finanzwelt an den Sustainable Development Goals (SDGs) könnten verstärkt werden durch

  • ein nachhaltigkeitsorientiertes Wettbewerbsrecht,
  • aktivere institutionelle Investoren,
  • eine höhere Gemeinwohlorientierung der Ratingkonzepte,
  • die Einbindung von Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit sowie
  • eine intensivere Forschung zu Externalisierung respektive Internalisierung öko-sozialer Kosten.

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oekom research und Institutional Shareholder Services (ISS) geben Zusammenschluss bekannt

Umfassende ESG-Expertise von oekom research und Servicepalette von ISS ermöglichen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltige Geldanlage oekom research Management-Team und Mitarbeiter bleiben 

ISS - oekom research - LogosMünchen & Rockville/USA, 15. März 2018 – oekom research, eine der führenden Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, wird heute Teil von Institutional Shareholder Services Inc., dem weltweit größten Anbieter von Corporate Governance und Responsible Investment-Lösungen. Um der Stärke und dem hohen Ansehen beider Marken Rechnung zu tragen, wird der so entstehende neue Geschäftsbereich ISS-oekom benannt. Dieser ergänzt die bisherige Arbeit von ISS mit hochqualitativen Dienstleistungen für die nachhaltige Geldanlage. Die Geschäftstätigkeiten von ISS-oekom werden weiterhin von Robert Haßler, einem der Gründer und langjährigen CEO von oekom research geleitet. weiterlesen

green finance in Europa vorantreiben

08.03.2018

Erfolgreiche hochkarätige Konferenz von DIW Berlin, EU-Kommission und H4SF zu Green Finance

Zwischenbericht der High-Level Expert Group on Sustainable Finance - TitelIst Europa zwei Jahre nach der Pariser Klimakonferenz und Inkrafttreten der Sustainable Development Goals bereit, das Thema nachhaltige Finanzierung voranzutreiben und die Finanzflüsse im Dienste unserer Umwelt und einer nachhaltigen Entwicklung zu stellen? Dieser Frage wurde am 22. Februar 2018 im Rahmen einer “hochkarätigen Konferenz” (DIW-Medienmitteilung)  in Berlin nachgegangen. Veranstaltet wurde diese von der Europäischen Kommission, dem DIW Berlin und dem Hub for Sustainable Finance Germany (H4SF). Versammelt haben sich in der Repräsentanz der Europäischen Union Akteure aus Politik, Wissenschaft, Regulierungsbehörden und dem Finanzsektor und besprochen, wo Europa in Bezug auf green finance gerade steht und wo die Reise hingeht.

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Deutsches Umweltpapier für Papst

Umweltschützer übergeben Franziskus Ausarbeitung zur Enzyklika Laudato Si’

Im Rahmen einer Generalaudienz und der Teilnahme an der Vatikan-Konferenz “Radical ecological conversation after Laudato Si'” übergaben Vertreter der deutschen Umweltbewegung Papst Franziskus am 07.03.2018 das Diskussionspapier “Verantwortung im Zeitalter des Menschen” zur Umwelt-Enzyklika Laudato Si’ – so eine Pressemitteilung des BUND.

Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und früherer Umweltstaatssekretär, Bärbel Höhn, ehemalige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und NRW-Umweltministerin a.D. sowie Josef Göppel, ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL), unterstützen die Bemühungen des Papstes hin zu einer “Humanökologie”, die eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung möglich macht.

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Mehr als Quelle von Dienstleistungen und Rohstoffen

Kultur – zentrales Bindeglied zwischen Mensch und Natur

Ausreichende Nahrung, sauberes Wasser und reine Luft gehören zu den wertvollsten und bekanntesten Leistungen der Natur für den Menschen. Sie wird deshalb hauptsächlich als Quelle von Dienstleistungen und Rohstoffen betrachtet. 30 internationale Experten haben jetzt in einem in der weltweit renommierten Wissenschaftszeitschrift Science erschienenen Artikel dafür plädiert, Politik und Entscheidungsträger stärker für die gesamte Bandbreite des Nutzens der Natur für den Menschen zu sensibilisieren.

Eine der Autorinnen ist Professorin Berta Martin-Lopez von der Leuphana Universität Lüneburg. Die Forscher gehen in ihrem Beitrag davon aus, dass die Umweltpolitik des letzten Jahrzehnts dominiert wurde von den Sichtweisen der Naturwissenschaften und der Ökonomie. Die Untersuchung der sogenannten Ökosystemdienstleistungen, also des gesamten Nutzens der Natur für den Menschen, habe zwar den Nachhaltigkeitsgedanken vorangebracht, aber Einsichten und Methoden der Sozialwissenschaften, der Geisteswissenschaften und anderer Betrachtungsweisen der Welt vernachlässigt.

Eine breiter angelegte Beurteilung des Nutzens der Natur für den Menschen führt zur Einsicht, dass die Kultur ein zentrales Bindeglied zwischen Mensch und Natur ist. Deshalb müsse, so die Autoren, den Wissensbeständen zum Beispiel lokaler Gemeinschaften und indigener Völker viel mehr Beachtung geschenkt werden. Die Leistungen der Natur für den Menschen sind von entscheidender Bedeutung für reiche genauso wie für arme Länder. Die Wissenschaftler sind sicher, dass es nur mit einem besseren Verständnis für die ganze Bandbreite des Naturnutzens gelingen kann, einen tatsächlichen Schutz und eine nachhaltige Nutzung der Natur zu erreichen. So habe die Natur auch eine große soziale, kulturelle, geistige und religiöse Bedeutung.

Thema Nahrung als Beispiel

Als ein Beispiel für ihre umfassendere Sicht auf die Bedeutung der Natur nennen die Autoren das Thema Nahrung. Alle Menschen erhielten ihre Nahrung aus der Natur und Nahrungssicherheit sei ein zentrales Thema, das Politik und Entscheidungsträger weltweit beschäftige. Dabei gehe es bisher vor allem um Dinge wie Nährwert, biologische Prozesse und ökonomische Fragen. Tatsächlich reiche aber die Bedeutung von Nahrung viel weiter. Sie habe auch Auswirkungen auf Dinge wie kulturelle Identität, Kunst oder Lebensfreude. Solche nicht-materiellen Faktoren des Nutzens der Natur machen den neuen Ansatz der Wissenschaft aus.

Eine von vielen Möglichkeiten, die neue Sichtweise anzuwenden, ist ihre Aufnahme in groß angelegten Experten-Gutachten. Der Ansatz gehe deutlich über die bisher genutzten Methoden zur Ermittlung von Ökosystem-Dienstleistungen hinaus. Er verspreche mehr Effektivität und Legitimität für politische Entscheidungen über den Umgang mit der Natur, weil er eine breitere und qualifiziertere Informationsbasis schaffe. Zugleich stellt ein solcher umfassenderer Ansatz einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung und Gestaltung der 2012 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsentwicklungsziele dar.

[note Solarify ergänzt: Wenn man die Ergebnisse der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität betrachtet, stößt man auf der Webseite mit der Ausgangsthese des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens, einer frühen Ausarbeitung der FGEÖR, ist Ortwin Renns Wertbaumanalyse folgend die Rede von Kulturverträglichkeit, Sozialverträglichkeit und Naturverträglichkeit. Ebenso in der starken Definition von Nachhaltigkeit. Schließlich findet man auf einer Webseite der Bundesregierung alle daraus abgeleiteten politischen Forderungen der FGEÖR.]

->Quellen:

Die granulare Revolution der Plattformökonomie

Globaler Handel per Mausklick

Franz von Weizsächer - Foto © franz.weizsaecker.devon Franz von Weizsäcker – aus: “Die aktuelle Kolumne” des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik

Ein Video vom Urlaub zusammenschneiden für 7 Euro, die Bewerbungsmappe auf Englisch übersetzen für 30 Euro oder ein Logo für die neue Firma entwerfen für 6 Euro – das Internet macht es möglich. Auf Plattformen wie Fiverr.com, Proz.com, Upwork.com oder Amazon’s Mechanical Turk (MTurk) werden Jobs weltweit vermittelt. Bearbeitet werden sie in Manila, Bangalore oder auch San Diego. Andere Dienstleistungen per Mausklick finden direkt vor unserer Tür statt: Die Taxifahrt mit Uber, die Unterkunft via Airbnb, das Essen von Deliveroo. Diese physischen Dienste konkurrieren mit etablierten Taxizentralen, Hotelketten und Lieferdiensten. Gemein ist beiden Formen der Plattformökonomie lokal wie global jedoch eins: Sie sind dabei, den Handel zu revolutionieren. weiterlesen

Nachhaltigkeit = Achtung der Würde des Menschen + Erhalt der Umwelt

Nachhaltigkeit als politischer Begriff

von Thomas Weber

Nachhaltigkeit ist ein politischer Begriff. Er hat den Erhalt letztlich der Polis, d.i. des Gemeinwesens zum Ziel. Hans Carl von Carlowitz führte vor 300 Jahren das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung als politische Vorgabe ein, um das Verschwinden und den Kollaps der Wälder als Folgen des Bergbaus im Erzgebirge zu verhindern. Heute, 300 Jahre nach Carlowitz bedeutet Nachhaltigkeit die Vermeidung und die Verhinderung des Kollapses globaler – ökologischer und zivilisatorischer – Systeme, und damit die Verhinderung und Vermeidung eines heute drohenden und vorstellbaren Kollapses der Welt als Polis der Menschheit.

Nachhaltigkeit vom Ende her gedacht

Die Verhinderung des Kollapses verlangt, vom Ende her, vom verhinderten Kollaps her zu denken, und von diesem Ende her zu verstehen, was heute notwendig ist. Vom Ende her gedacht, wird es entweder eine für Menschen bewohnbare Erde geben, die nachhaltig ist, d. i. eine Erde auf der die Menschen so wirtschaften, dass von ihnen keine Gefahr des Kollapses der Erdsysteme mehr ausgeht, oder es wird keine für die Menschheit bewohnbare Welt mehr geben.

Nachhaltigkeit ist Achtung der Würde des Menschen und Bewahrung der Umwelt

Von diesem Ende her gedacht, können wir Nachhaltigkeit bzw. einen nachhaltigen Zustand der Welt als einen Zustand beschreiben, in dem zweierlei realisiert wird: Zum einen die Achtung der Würde des Menschen, daraus abgeleitet die Realisierung des Schutzes der Menschenrechte, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, zum anderen die Bewahrung der Umwelt durch die Realisierung einer vollkommenen Stoffkreislaufwirtschaft auf der Basis regenerativer Energieerzeugung. Beides gehört zusammen. Beides bildet die zwei Seiten derselben Medaille. weiterlesen

20 Natur- und Umweltschutz-Verbände mit Forderungen zum EU-Budget nach 2020

Umwelt- und Klimaschutz als Motor für nachhaltig-moderne EU ab 2021

Kai Niebert bei Tagung 'Große Transformation' - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify 20170710“Für ein lebenswertes Europa brauchen wir eine Haushaltspolitik, die eine gesunde Zukunft gestaltet statt die fossile Vergangenheit zu zementieren. Wenn wir wollen, dass sich die Menschen nachhaltig-moderne Lebensstile leisten können, muss bei der EU-Mittelverteilung grundlegend umgesteuert werden.” DNR-Präsident Kai Niebert

Über 20 Verbände aus dem Natur- und Umweltschutz haben am 08.01.2018 ihre Forderungen zum EU-Budget nach 2020 veröffentlicht. Hintergrund ist die zurzeit stattfindende EU-Konferenz, bei der hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft mit Haushaltskommissar Günther Oettinger bereits jetzt die Möglichkeiten und Entscheidungen des neuen Mehrjährigen EU-Finanzrahmens (MFR) diskutieren. Dieser ist das grundlegende Instrument der Finanzplanung und spiegelt die politischen Prioritäten der EU ab 2021 wider.

Die Verbände fordern die EU-Kommission auf, den MFR stärker als bislang an der Gesundheit und lebenswerten Zukunft der 500 Millionen Menschen in Europa auszurichten. Dazu gehört, den eingegangenen Verpflichtungen des Klimaschutzabkommens von Paris und der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) nachzukommen. Eine nachhaltige Entwicklung, die Erhaltung der Artenvielfalt und die Bekämpfung des Klimawandels müssen bei der Mittelverteilung zur alternativlosen Grundlage erklärt werden.

Die Natur- und Umweltschutzorganisationen sehen die EU in einer zentralen Rolle innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft auf den Gebieten Klimaschutz, nachhaltige Energiewende, nachhaltige Lieferketten sowie Naturschutz. Die damit verbundene Verantwortung ist Herausforderung und Chance zugleich für eine lebenswerte, freiheitliche und solidarische Gesellschaft und eine intakte Umwelt für ein zukunftsfähiges und demokratisches Europa.

15.000 Wissenschaftler sprechen eindringliche “Warnung an die Menschheit” aus

Mit ihrer Hiobsbotschaft wollen Forscher aus der ganzen Welt die Menschheit wachrütteln – und bieten konkrete Lösungen an, um die katastrophalsten Folgen abzuwenden.

Mehr als 15.000 Wissenschaftler aus 184 Ländern sind sich einig: Wenn wir nichts gegen Klimawandel, Waldabholzung, mangelnde Frischwasserversorgung und das rasante Bevölkerungswachstum unternehmen, setzen wir die Zukunft der Menschheit aufs Spiel.Gemeinsam unterzeichneten die Forscher, zu denen renommierte Wissenschaftler wie Jane Goodall, E. O. Wilson und James Hansen gehören, einen Besorgnis erregenden Appell mit dem Titel “World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“, der am 13.11.2017 im Wissenschaftsjournal BioScience veröffentlicht wurde.

Mit insgesamt 15.373 Unterschriften von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen dürfte es sich um den Artikel mit dem größten wissenschaftlichen Rückhalt in der Geschichte handeln. Schon einmal hatten Wissenschaftler gemeinsam eine ähnliche Warnung verkündet: 1992 veröffentlichten 1.700 Wissenschaftler, darunter viele heutige Nobelpreisträger, den offenen Brief “World Scientists’ Warning to Humanity“.

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