Beiträge der Kategorie: Ökologie

Klimakrise und ökonomische Theorie

Ein (1.) Vortrag von Irene Schöne vor „Fridays for Future“ und „Scientists for Future“ im Mai 2020

Irene Schöne, „ökologische“ Ökonomin, geht davon aus, dass die Klima- und Umweltkrise menschengemacht und keine natürlichen Erscheinungen sind, sondern Folgen unserer heutigen Wirtschaftsweise. In der Folge sieht sie die 17 SDGs für Wirtschaft und Politik im Rahmen der bisherigen ökonomischen Denkweise bleiben, wodurch unsere Probleme erst verursacht würden: „Ich schlage Ihnen damit vor, andere Wege zu gehen, auch wenn diese heute noch so neuartig erscheinen mögen. Und die sind durchaus machbar.“ weiterlesen

„Every day we hear the worn-out phrases…“

Irene Schöne: Klimakrise und ökonomische Theorie – 2. Vortrag vor „Scientists for Future“ am 22.02.2021

In ihrem zweiten Vortrag (nach:  blog.ethisch-oekologisches-rating.org/klimakrise-und-oekonomische-theorie) begründet Irene Schöne, „dass wir nachhaltig nicht werden wirtschaften können, ohne dass wir die bisherige Wirtschaftstheorie, mit der wir unser Handeln bisher begründen und legitimieren, modernisieren“. Denn die aktuellen Probleme der Menschheit gehen mit dem Verlust an Biodiversität und Umweltzerstörung weit über die Klimakrise hinaus.

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Plötzlich Machtzentrum

Deutsche Börse übernimmt Mehrheit an ISS

„Die Deutsche Börse gilt als einer der langweiligsten Dax-Konzerne, jetzt übernimmt das Unternehmen passend zum Investorentag den wichtigen Anlageberater und Datenanbieter ISS – und steigt so zur globalen Macht auf“, stellt die Wirtschaftswoche am 18.11.2020 lakonisch-trocken fest. „Plötzlich Machtzentrum“ überschreibt Lukas Zdrzalek seinen Text. Mindestens ebenso lakonisch-trocken liest sich die Medienmitteilung der Frankfurter Deutsche Börse AG:

    • Die Deutsche Börse erwirbt in Partnerschaft mit dem aktuellen Management und Genstar Capital eine Mehrheitsbeteiligung an Institutional Shareholder Services (ISS), basierend auf einer Bewertung von 2.275 Millionen US-Dollar (1.925 Millionen Euro) für 100 % von ISS
    • Durch die Akquisition wird die Deutsche Börse zu einem der weltweit führenden Anbieter von ESG-Daten und Research
    • Das Daten- und Researchgeschäft von ISS ergänzt die Geschäftsaktivitäten der Deutschen Börse entlang der gesamten Wertschöpfungskette; die Übernahme eröffnet beiden Unternehmen zusätzliche Wachstumschancen
    • Um die Unabhängigkeit von Datengeschäft und Research sicherzustellen, bleibt ISS innerhalb der Deutschen Börse eigenständig
    • ISS-CEO Gary Retelny wird das Unternehmen weiterhin leiten

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„Der ‚wahre‘ Wert von grünem Wasserstoff“

Revolutionierung der Land- und Energiewirtschaft mit Regionalwert-Methode

Wie bemisst man den Wert nachhaltiger Bewirtschaftungsverfahren? Wie wertvoll ist das Fachwissen von Land- und Energiewirten? Bislang finden nur finanziell quantifizierbare Werte den Weg in die Unternehmensbilanzen. Soziale oder ökologische Aspekte bleiben unberücksichtigt – sehr zum Nachteil von nachhaltig wirtschaftenden Firmen. Die Freiburger Regionalwert AG hat eine Methode entwickelt, die die Buchhaltung im Agrar- und auch im Energiesektor revolutionieren könnte. Jetzt steht ihr Gründer Christian Hiß mit seinem Konzept kurz vor dem Durchbruch und will aus dem bisherigen Nischendasein heraustreten. Gemeinsam mit dem Software-Giganten SAP möchte er auf die große Bühne. Dies könnte speziell für die Energiewirtschaft weitreichende Folgen haben, denn die Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse könnte dabei helfen, den „wahren“ Wert von grünem Wasserstoff zu ermitteln.

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Erdüberlastungstag 2020 mehr als drei Wochen später

Aber kein Trost

Vom 1. Januar bis zum 22. August 2020 hat die Menschheit der Natur so viel abverlangt, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. Das zeigen Berechnungen des Global Footprint Networks und der York University. Die Corona-Lockdowns haben den ökologischen Fußabdruck der Menschheit um fast 10 Prozent schrumpfen lassen. Aber wir verbrauchen immer noch zu viele ökologische Ressourcen: wir leben so, als wäre unsere Erde 60 Prozent größer oder als ob wir 1,6 Erden zur Verfügung hätten.

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Möglichst nachhaltiges Verwaltungshandeln

BMJV legt Ressortbericht in Sachen Nachhaltigkeit vor

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat am 08.06.2020 seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Der Titel: „BMJV Ressortbericht Nachhaltigkeit – Bericht zum Stand der Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in die Agenda 2030“. Der 36seitige Bericht stellt – einer Medienmitteilung zufolge – „die bis Anfang 2020 im BMJV vorgenommenen Schritte zur Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in das Zielsystem der Agenda 2030 dar und gibt zugleich eine Zielrichtung für das noch weiter erforderliche Handeln in diesem Bereich. Der Bericht soll die Öffentlichkeit informieren und gleichzeitig den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BMJV eine Orientierung für die Einordnung ihrer Aufgaben innerhalb der globalen Nachhaltigkeitsziele bieten.“ weiterlesen

Von der Corona-Krise zur nachhaltigen Wirtschaft

Was zukunftsorientierte Politik jetzt leisten muss
Text: Reinhard Loske | Gastbeitrag auf – agora42.de/corona-krise-und-nachhaltigkeit-reinhard-loske

Reinhard Loske – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Spricht man dieser Tage mit Menschen, denen Klimaschutz und umfassende Nachhaltigkeit als zentrale Herausforderungen besonders am Herzen liegen, begegnen einem nicht selten sorgenvolle Mienen und düstere Prognosen. Wenn die Corona-Pandemie erst unter Kontrolle sei, werde die Politik wieder alles daransetzen, das ressourcenverschlingende Wirtschaftswachstum auf jede nur erdenkliche Weise anzukurbeln. Dabei drohten ökologische Ziele einmal mehr unter die Räder zu kommen, so wie schon nach der Finanzkrise 2008.

Man kann diese Befürchtung hegen. Sie ist nicht aus der Luft gegriffen. Schon melden sich gegen alle Vernunft wieder Protagonisten, die eine klimapolitische Atempause, das Abschwächen von Regeln für Luftreinhaltung, Natur- und Wasserschutz oder die Aussetzung von Bürgerbeteiligungsrechten bei Umwelteingriffen vorschlagen, damit die Konjunktur nach der Krise schnell wieder „anspringen“ und dann „brummen“ kann. Ganz vorne dabei wie immer Lobbyisten und Populisten.

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Buchhinweis: „Willkommen im Anthropozän!“

Das Zeitalter des Menschen – eine Einführung

Paul Crutzen (2015) – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

„Wir befinden uns im Anthropozän!“, erzählt der Umweltwissenschaftler Erle C. Ellis, Autor des gleichnamigen Buches, habe Paul Crutzen, Meteorologe mit Forschungsschwerpunkt Atmosphärenchemie und und Nobelpreisträger, 2000 bei einer Konferenz ausgerufen. Er fragte sich nämlich, warum seine Kollegen unsere Zeit immer noch als Holozän bezeichneten? Habe die Menschheit seit dem Ende der letzten Eiszeit und dem Beginn des Holozäns die Erde doch so deutlich sichtbar umgestaltet! Von da an gewann der Vorschlag, die gegenwärtige geologische Zwischenzeit nach uns, dem Anthropos, umzubenennen – und die Kritik daran –, enorm an Schwung, sowohl innerhalb als auch außerhalb akademischer Kreisen.

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Initiative Neues Wirtschaftswunder

Erklärung der Gründer

Wir, die Initiative Neues Wirtschaftswunder*, halten es für zwingend erforderlich, dass kommende Konjunkturpakete sich nicht an die Erhaltung des alten Systems klammern. Es muss darum gehen, die natürlichen Grenzen unseres Planeten anzuerkennen und endlich in Einklang mit einem zukunftsgerichteten, dem Gemeinwohl dienenden, Wirtschaftssystem zu bringen. Tun wir dies nicht, werden wir und vor allem unsere Kinder und Enkel einen noch viel höheren Preis zahlen müssen.

Jetzt brauchen wir und das heißt nicht nur wir als Initiative Neues Wirtschaftswunder, sondern wir als Gesellschaft, Ihre Hilfe. Wir haben schon viel erreicht, das können Sie an der Zahl und der Relevanz unserer Erstunterzeichner:innen und Unterstützer:innen** sehen und so haben wir als breites gesellschaftliches Bündnis eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht.

Unsere Petition ist die aktuell erfolgreichste im Online-Portal des Bundestages und die einzige, die sich diesem Thema widmet und noch rechtzeitig mit Ihrer Hilfe parlamentarisch gehört werden kann! Mit der Petition verfolgen wir das Ziel, die Investitionen zukünftiger Konjunkturpakete zur sozial-ökologischen Transformation zu nutzen.

Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_04/_21/Petition_110043.nc.html

Es eilt, die Zeit um die notwendigen Unterschriften zu bekommen, tickt herunter.

Die Petition ist bis 3. Juni zur Unterschrift offen – bis zu dieser Frist müssen wir über 50.000 Unterschriften sammeln, denn nur dann erhalten wir die Möglichkeit, unsere Forderung im Petitionsausschuss des Bundestags öffentlich vorzutragen.

Wie kannst Du uns helfen?

Bitte helfen Sie uns, gemeinsam für das Klima und eine enkeltaugliche Zukunft zu kämpfen und teilen Sie diese Informationen und Petition mit Ihren Followern per Facebook, Instagram, YouTube oder Twitter!

Konkret möchten wir von Ihnen ein kurzes Video-Statement aufnehmen, in welchem Sie beispielsweise erklären,

  • warum Sie persönlich die Unterzeichnung der Petition für wichtig erachten.
  • warum jetzt die beste Zeit für eine sozial-ökologische Transformation

gekommen ist.

  • warum es ein nachhaltiges Konjunkturpaket braucht.

…und natürlich am Ende zur Unterzeichnung und zum Teilen der Petition aufrufen.

Falls wir Sie hier mit weiterem Content unterstützen können, melden Sie sich sehr gerne!

Sharepics? Die finden Sie hier: https://neues-wirtschaftswunder.de/mitmachen

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IMK sieht Verknüpfung des CO2-Preises mit Investitionen positiv

Wirtschaftspolitischer Jahresausblick: Einstieg in Klimapolitik neuer Qualität gelungen, Politik muss aber bei Investitionen nachlegen, nur 0,8 % BIP-Wachstum – EZB soll ökologische Kriterien anlegen

Die deutsche Wirtschaft durchläuft konjunkturell und strukturell eine schwierige Phase: Aufgrund eines schwachen Welthandels, anhaltender Handelskonflikte und Investitionszurückhaltung der Unternehmen prognostizierte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am 07.01.2020 in Berlin für 2020 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um lediglich 0,8 Prozent. Soll gleichzeitig der CO2-Ausstoß wirksam begrenzt werden und der hohe Lebensstandard eines entwickelten Industrielandes erhalten bleiben, muss die Bundesrepublik große Anstrengungen unternehmen. Schlüsselindustrien stehen ebenso unter Transformationsdruck wie Konsumverhalten und die individuelle Mobilität vieler Menschen.

„In dieser Situation, in der Marktprozesse allein nicht für die notwendigen Veränderungen sorgen werden, ist eine engagierte Wirtschaftspolitik wichtiger denn je. Sie muss nicht nur die richtigen Weichen stellen, sondern Wandel auch über Investitionen in die technische und soziale Infrastruktur in Gang bringen“, sagt Prof. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. In seinem neuen wirtschaftspolitischen Jahresausblick hat das Institut untersucht, ob die Politik in Deutschland und Europa diese Anforderung erfüllt*).

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