„Tag des guten Lebens“ : Alternativen zum Wegwerfkonsum

Bundesweit fordern Greenpeace-Aktivisten ein Ressourcenschutzgesetz

Greenpeace logoAlternativen zum Wegwerfkonsum zeigen Greenpeace-Ehrenamtliche am heutigen „Tag des guten Lebens“ (23.06.2018) in Hamburg, Berlin, Köln und weiteren 27 deutschen Städten.  Getreu dem Motto „Buy nothing – Make something“ laden sie Verbraucher zum Selbermachen, Reparieren, Tauschen und Verschönern von Gebrauchsgegenständen ein.

Vergangene Woche hatte das ZDF aufgedeckt, dass der Online-Handel massenhaft neuwertige Ware aus Retouren zerstört. Über 33.000 Verbraucherinnen und Verbraucher haben seitdem die Greenpeace-Petition für ein Ressourcenschutzgesetz an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) unterstützt (www.greenpeace.de/stoppt-die-verschwendung). „Immer mehr Menschen wollen nicht hinnehmen, dass ihre Lebensgrundlagen für überflüssige Produkte zerstört werden“, sagt Greenpeace-Sprecherin Viola Wohlgemuth. „Die Bundesregierung muss jetzt handeln: Gesetze gegen die Vernichtung von neuwertiger und gebrauchsfähiger Ware können sinnvoll dazu beitragen, Umwelt und Klima zu schützen.“ Der konsumkritische „Tag des guten Lebens“ bündelte erstmals bundesweit zahlreiche Ansätze und Initiativen zu alternativen Lebensformen.

Mit der Textilkampagne „Detox“ skandalisiert die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace besonders die Umweltfolgen der internationalen Textilherstellung und -vermarktung. Alle paar Wochen wechseln so genannte Fast-Fashion-Marken ihre Kollektionen – unverkaufte Saisonware, Retouren und Ladenhüter landen oft gleich auf dem Müll, anstatt gespendet oder recycelt zu werden. Auch für in Deutschland ansässige Firmen ist es  kostengünstiger, Waren zu vernichten anstatt sie zu lagern oder zu spenden.

Greenpeace fordert im Rahmen eines Ressourcenschutzgesetzes ordnungspolitische Anreize wie eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Reparaturen von Gebrauchsgütern, wie dies in Schweden bereits der Fall ist. In Italien und Frankreich sind Supermärkte verpflichtet, noch genießbare Lebensmittel zu spenden, anstatt sie zu vernichten. In Frankreich soll dies demnächst auch für Kleidung gelten. „Während andere europäische Länder den Ressourcenschutz vorantreiben, hinkt Deutschland hinterher“, sagt Wohlgemuth. „Dabei präsentiert sich die Bundesregierung gerne als Öko-Musterschüler. Jetzt kann sie zeigen, ob ihr auch eine umweltfreundliche Ressourcenstrategie gelingt.“

Spaß am Selbermachen statt kaufen und konsumieren

Wie Verbraucher das gesetzliche Vakuum zu ressourcenschonendem Konsum selbst füllen können, zeigen die Greenpeace-Ehrenamtlichen heute auf der Straße. Die Projekte reichen von Reparatur-Workshops für Elektrogeräte bis zu Kleidertauschpartys. Unterstützt werden die Umweltschützer von Bastlern, Tüftlern und Modedesignern, in der Szene „Maker“ genannt. Die „Maker-Bewegung“ will weniger kaufen und konsumieren, hat Spaß am Selbermachen, vermeidet Müll und will mit einem minimalistischen Lebensstil Umwelt und Natur schützen. Die Alternativen zum Neukauf werden anschließend auf der Greenpeace-Plattform „Make Something“ (http://www.instagram.com/makesmthng>
www.instagram.com/makesmthng) für nachhaltigen Konsum präsentiert.

->Quellen: 

DGB: Für eine Finanztransaktionssteuer mit Biss!

DGB-Klartext

Nach der Neubildung mehrerer europäischer Regierungen werden die Diskussionen und Verhandlungen über die gemeinsamen finanzpolitischen Herausforderungen für die EU und die Eurozone wieder intensiver geführt. Auch die Finanztransaktionssteuer (FTT) wird wieder mit auf der Tagesordnung stehen. Die Einführung dieser Anti-Spekulationssteuer wurde in den vergangenen Jahren zwischen zehn Mitgliedstaaten (darunter auch Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) im Rahmen der sogenannten Verstärkten Zusammenarbeit (VZ) verhandelt. Während die Unterhändler fleißig an praktikablen Lösungen arbeiteten, scheuen die Regierungen aber bisher vor einem endgültigen Beschluss zurück.

Gedschätzte Einnahmen aufgrund einer Finanztransaktionssteuer - Grafik © DGB

Im Bündnis mit kirchlichen sowie weltlichen Entwicklungshilfeorganisationen, Umweltverbänden und vielen anderen fordern die DGB-Gewerkschaften seit dem Aus-bruch der weltweiten Finanzkrise die Erhebung der FTT, um der Entkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft etwas entgegen zu setzen. Mit einer umfassenden Besteuerung der verschiedenen Spekulationsinstrumente würden erhebliche finanzielle Mittel zur Bekämpfung von Armut und Klimawandel und für eine Erneuerung der öffentlichen Infrastruktur erzielt. Dies belegen auch Schätzungen, die für die zehn VZ-Staaten jüngst angestellt wurden. Selbst mit den äußerst niedrigen Steuersätzen von 0,1 Prozent auf Aktiengeschäfte und 0,01 Prozent auf den Handel mit Finanzderivaten ließen sich bis zu 22 Milliarden Euro erzielen (siehe Grafik). Dabei sind diese Einnahmen im Vergleich mit älteren Schätzungen, die mit breiteren Bemessungsgrundlagen durchgerechnet wurden, schon deutlich geringer. Die Zeit drängt. Es gibt keinen Grund, solange über die FTT zu verhandeln, bis nur noch Kleinholz übrig ist.

So war es erfreulich, dass der neue Bundesfinanzminister erklärte, sich mit neuem Elan für die Einführung der FTT stark machen zu wollen. Umso enttäuschender ist es nun, dass er diese Woche mit seinem französischen Kollegen vereinbart hat, „eine Finanztransaktionssteuer nach französischem Vorbild“ anzustreben. Das bedeutet, dass noch nicht einmal alle an der Börse gehandelten Aktien besteuert würden. Außer Aktien von Konzernen, deren Börsenwert unter einer Milliarde Euro liegt, blieben aber vor allem auch alle anderen Finanztransaktionsgeschäfte weiterhin völlig steuerfrei. Es käme also zu einer Art „Mini-Transaktionssteuer“.
Damit würde nicht nur auf zweistellige Milliarden-Einnahmen verzichtet, während gleichzeitig ein Investitionsstau existiert und weiter auf die schwarze Null gepocht wird. Zugleich würden Finanzderivate, die selbst der Investor und US-Milliardär Warren Buffett schon 2003 als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnete, weiterhin völlig steuerfrei bleiben. Auch die Bundeskanzlerin betonte bereits vor Jahren: „Kein Finanzmarktakteur, kein Finanzprodukt und kein Finanzplatz darf ohne angemessene Regulierung bleiben; Finanzakteure müssen durch die Finanztransaktionssteuer zur Verantwortung gezogen werden!“ Für den DGB ist dabei klar: Eine FTT mit Biss muss alle Spekulationsgeschäfte umfassen.

Verantwortlich: Stefan Körzell, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
->Quelle: http://www.dgb.de/themen/++co++1152d18c-752f-11e8-84dc-52540088cada

1. August ist Erdüberlastungstag 2018

Earth Overshoot Day an frühestem Datum, seit wir Anfang der 70er Jahre den ökologischen Haushalt des Planeten zu ruinieren begonnen haben

Am 01.08.2018 wird die Menschheit das gesamte Ressourcenbudget der Natur des Jahres 2018 verbraucht haben. Das teilte das Global Footprint Network, eine internationale Forschungsorganisation, die eine Vorreiterrolle bei der Bilanzierung von Ressourcen des Ökologischen Fußabdrucks übernommen hat, am 18.06.2018 mit. Der Ökologische Fußabdruck summiert alle konkurrierenden Verbräuche der Menschen produktiver Flächen, einschließlich Nahrung, Holz, Textilien, Kohlenstoffabscheidung und Unterbringung der Infrastruktur. Derzeit machen die Kohlenstoffemissionen 60 Prozent des Ökologischen Fußabdrucks der Menschheit aus. weiterlesen

Mitbestimmung in planetarischen Grenzen

Ortwin Renn vom IASS vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung

Vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung hat der Soziologe und Leiter des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam (IASS), Professor Ortwin Renn, am Mittwochabend über “Aktuelle Herausforderungen der Nachhaltigkeitspolitik” gesprochen. Die Entwicklung der Welt sei gegenwärtig von drei großen Transformationswellen geprägt, sagte Renn vor den Abgeordneten. Dies seien die Globalisierung, die Digitalisierung und die Nachhaltigkeit. Die drei Prozesse würden parallel laufen und vereinten in sich auch Brüche und Widersprüche. Beleg dafür seien unter anderen die Gegenbewegungen bei der Globalisierung. weiterlesen

“Wenn Deutschland es nicht schafft, wer dann?”

Rede von BKin Merkel bei 18. RNE-Konferenz

Die Bundesregierung entwickelt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie weiter. Alle sind eingeladen, sich mit ihren Ideen zu beteiligen. Wichtige Anregungen gibt ein Gutachten internationaler Expertinnen und Experten – auch im Hinblick auf die für 2020 vorgesehene umfassende Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Die Gutachter haben die deutsche Nachhaltigkeitspolitik geprüft und wie in den Jahren 2009 und 2013 Empfehlungen in einem sogenannten “Peer Review” erarbeitet. Das Gutachten wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel am 04.06.2018 bei der 18. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 04.06.2018 im Berliner Tempodrom übergeben. Die Bundeskanzlerin hielt aus diesem Anlass eine Rede. Solarify dokumentiert:

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BUND-Forschungspreis zur Nachhaltigkeit verliehen

Zwei Doktorarbeiten, eine Magister- und eine Bachelorarbeit

BUND logoZum zweiten Mal hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am 06. Juni 2018 in Berlin seinen BUND-Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten zur Nachhaltigen Entwicklung verliehen. Insgesamt vier Preisträgerinnen und Preisträger wurden in diesem Jahr prämiert. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen eines Festaktes an der Humboldt-Universität vom BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger überreicht.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftWeiger betonte in seiner Laudatio die hohe Bedeutung von Forschungsarbeiten gerade im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. “Wissenschaftliche Erkenntnisse und das Engagement von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind eine unverzichtbare Grundlage für die inhaltliche Arbeit des BUND. Die über 50 eingereichten Bewerbungen sind ein Beleg dafür, dass an Universitäten, Hochschulen und bei vielen jungen Forscherinnen und Forschern das Bewusstsein über die notwendige Klärung nachhaltiger und zukunftsfähiger Strategien vorhanden ist und der Ökologie dabei zunehmend wieder eine wichtige Rolle zukommt. Dieses Bewusstsein wollen wir mit unserem Preis auszeichnen”, erklärte der BUND-Vorsitzende. weiterlesen

Neue Studie zu Vermögensverwaltern

 BlackRock & Co. auf dem Vormarsch – Risiken für Beschäftigteninteressen und Wettbewerb

Vermögensverwalter kaufen sich bei deutschen Unternehmen ein, oft finanziert über populäre ETF-Fonds. Allein der Marktführer BlackRock hielt Ende 2016 Anteile im Wert von 6,1 Prozent der Marktkapitalisierung aller Dax-Konzerne. Die Vermögensverwalter versuchen, eine neue Kultur der Unternehmensführung durchzusetzen, bei der Anteilseigner wie sie noch zusätzliche Einflussmöglichkeiten bekommen. Die längerfristigen Interessen von Unternehmen, von Verbrauchern, aber vor allem die der Beschäftigten können dadurch an den Rand gedrängt werden, zeigt eine neue Studie aus dem Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung. Stärkere Mitbestimmungsrechte können ein Gegengewicht bilden. weiterlesen