Beiträge der Kategorie: Cradle to Cradle

Indikator für Ressourcenproduktivität

Mehr Ressourceneffizienz in EU

Grüne Bundestagsfraktion logoDie Bundesregierung will in der EU einen “übergreifenden Indikator zur Bemessung der Ressourcenproduktivität” einführen. Zudem würden auch Ziele zur Ressourceneffizienz angestrebt, “die auch die industriepolitischen Ziele der EU unterstützen”, schrieb die Bundesregierung in einer Antwort (18/12856) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/12664).

Das aktuell auf EU-Ebene in einem sogenannten Trilog zwischen Ratspräsidentschaft, Berichterstattern des EU-Parlamentes und Vertretern der Europäischen Kommission verhandelte Legislativpaket zur Kreislaufwirtschaft bezeichnete die Bundesregierung in der Antwort als “Kompromiss zwischen ambitionierten Zielen und den Realitäten in den Mitgliedsstaaten”. Die Bundesregierung setze dabei nicht nur auf “EU-weit geltende, anspruchsvolle Ziele”, sondern habe auch ein besonderes Interesse daran, “die Staaten, die noch großen Nachholbedarf haben, in die Lage zu versetzen, die möglichen und für den Umwelt- und Ressourcenschutz notwendigen Erfolge zu erreichen”. Der Anspruch der Bundesregierung sei dabei, die EU-Ziele weiterhin zu übertreffen. (hib/SCR)

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Ökologische Modernisierung quer durch alle Branchen

 Die grüne Art des Wirtschaftens

Mit 450 Gästen war der Kongress “Grüner Wirtschaften” der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen sehr gut besucht.  In diversen Werkstätten und Debatten wurde das Konzept Grüner Wirtschaften für mehr Lebensqualität diskutiert und auf einem Markt der Möglichkeiten anschaulich und greifbar fgemacht.  Die grüne Bundestagsfraktion will “den Weg in die neue Wirtschaftsweise für alle verlässlich gestalten”. Dafür brauche es mutige Politik und engagierte Bürger, Ingenieure und Unternehmerinnen, welche die ökologische Modernisierung quer durch alle Branchen ins Ziel bringen. “Wir müssen, das machten sowohl unser Fraktionsvorsitzender Dr. Anton Hofreiter, wie auch die Keynote von Professor Rahmstorf sehr deutlich, das Tempo erhöhen, die Klimakrise wartet nicht”.

Nachhaltiger Konsum und die Politik der Bundesregierung

Indikatoren zum nachhaltigen Konsum

Antwort der Bundesregierung  auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Peter Meiwald,  Dr. Valerie Wilms, weiterer Abgeordneter und der Fraktion  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  – Drucksache 18/9182 –  

Umsetzung des Sustainable Development Goal 12 – Nachhaltige Konsum- und  Produktionsmuster sicherstellen

Grüne Bundestagsfraktion logoFür die Bewertung des “Nationalen Programmes für Nachhaltigen Konsum” liegen noch keine “messbaren Indikatoren” vor. Diese werden laut Antwort der Bundesregierung (18/9368) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/9182) im Rahmen der Überarbeitung der “Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie” aktuell abgestimmt. Eine allgemeine Umsetzungsfrist für die Maßnahmen des Programmes sei unrealistisch, schreibt die Bundesregierung weiter. Zu berücksichtigen bei der Umsetzung seien jeweils die “geltenden Finanzplanansätze der Ressorts unter Vorbehalt der Verfügbarkeit der notwendigen Haushaltsmittel”.

Die Antwort der Bundesregierung im Wortlaut weiterlesen

Erde verbraucht

Erdüberlastungstag: 1,6 Erden wären nötig, um derzeitigen Jahresverbrauch zu decken

Earth Overshoot Day 2016Seit Montag, 08. August 2016, sind die gesamten nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für 2016 verbraucht. Damit hat die Überlastung erneut zugenommen. Im Vorjahr fiel der vom Global Footprint Network berechnete Erdüberlastungstag noch auf den 13. August. Mit einer Aktion in Berlin wollen INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, FairBindung, KATE, PowerShift, Naturschutzjugend (NAJU) und GRÜNE JUGEND – so eine gemeinsame Pressemitteilung – die Bundesregierung auffordern, effektive Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs zu beschließen. weiterlesen

Buch zum Billigwahn

“Cheaponomics ist eine todbringende Achterbahnfahrt, eine Reise zur Hölle.”

Cheaponomics - TitelDass “billig” oft gerade nicht “preiswert” ist, wissen wir längst – eigentlich. Trotzdem verfehlen Sprüche wie “Geiz ist geil” oder “ich bin doch nicht blöd” ihre Wirkung nicht. Vom altehrwürdigen Feilschen auf dem Bazar (auch bei uns ist ja inzwischen Handeln offiziell erlaubt), also vom Erzielen des günstigsten Preises geht eine Faszination aus – wir sind erst dann mit einem Kauf zufrieden, wenn wir “ein Schnäppchen” gemacht haben, wie wir es verniedlichend nennen. Dass dahinter etwas Zerstörerisches lauert, macht der amerikanische Soziologe Michael Carolan in seinem Buch “Cheaponomics – Warum billig zu teuer ist” eindrucksvoll klar.

Carolan*) beginnt mit einem Widerspruch: “Heutzutage muss alles billig sein. Dann aber auch wieder nicht. Meine sechsjährige Tochter beklagte sich neulich, dass ihre Plastikspielsachen bereits kurz nach dem Kauf kaputtgingen: ‘Diese billigen Spielsachen sind aber wirklich billig!’ Dies ist ein gutes Beispiel für die doppelte Bedeutung des Wortes: ‘billig’ im Sinne von ‘niedrig im Preis’ und im Sinne von ‘schlecht, unzulänglich'”. In diesem Sinne sei “billig” sei eine gleichermaßen anhzustrebende wie auch zu vermeidende Eigenschaft. (Was das Englische nicht hergibt, ist die dritte Bedeutung von “billig” im Deutschen im Sinne von “recht und billig”, das englische “fair” – oft ist “billig” einfach das Gegenteil: “unfair”.) weiterlesen

„Es geht nur um Qualität“

Interview mit Michael Braungart, einem der Erfinder des Wirtschaftskonzeptes „Cradle to Cradle“ und Professor an der Erasmus-Universität Rotterdamm

Interview: Marcus Noack – zuerst veröffentlicht auf: umwelthauptstadt.de – mit freundlicher Genehmigung

Frage: Wofür steht das Konzept Cradle to Cradle?
Braungart: Das Konzept „Cradle to Cradle“ steht für Innovation und Qualität. Es hat nichts mit traditioneller Nachhaltigkeit zu tun. Es geht darum Produkte herzustellen, die viel bessere Qualität haben, als es bisherige sind. Dabei werden alle Produkte noch einmal neu erfunden, entweder für die Biosphäre oder die Technosphäre. Dinge, die verschleißen wie Bremsbelege oder Schuhsolen werden für die Biosphäre neu entwickelt. Dinge, die nur genutzt werden wie Maschinen oder Fernseher werden für die Technosphäre entwickelt, es entsteht also kein Abfall sondern allles ist Nährstoff für die Bios- oder Technosphäre. Cradle to Cradle feiert den menschlichen Fußabdruck anstatt ihn zu minimieren.

Michael Braungart und Johanhnes Hoffmann (web) - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20150320Michael Braungart mit dem Leiter der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating, Prof. Johannes Hoffmann – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft

Ist Cradle to Cradle ein weiteres Nachhaltigkeits-Modell?
Wir haben die 40 Jahre Weltuntergangsdiskussion seit dem Club of Rome-Bericht von 1972 genutzt, um bessere Produkte zu machen. Nachhaltigkeit ist nur das Minimum, also sozusagen etwas zu tun, das den anderen nicht schädigt oder Schaden auszugleichen, den man verursacht hat.
Wie sind Sie damals vor 25 Jahren auf den Cradle to Cradle Ansatz gekommen?
Das ist relativ einfach. Ich habe eine ganze Reihe von Kollegen, mit denen ich nach wie vor zusammen arbeite, wie etwa Katja Hansen oder Douglas Mulhall. Die Idee zu Cradle to Cradle entstand nach der Sandoz-Katastrophe. Damals hatte die schweizerische Chemie gefragt, wie es nun weitergehen solle. Wir haben gesagt, ein Problem kann mit der selben Denkweise gelöst werden, wie es verursacht wurde. Cradle to Cradle verbindet die europäische Komplexität mit der amerikanischen Handlungsorientierung. In Europa wird man für Probleme bezahlt, in Amerika fürs Handeln. Cradle to Cradle verbindet ganz viele Kulturen. Es braucht Lebensfreude, also Menschen, die sich freuen, auf der Welt zu sein. Heute geht es darum, die Menschen als Chance zu sehen und nicht als Schädlinge.
Sie halten unter anderem an der Leuphana Universität die Professur Cradle to Cradle und Öko-Effektivität. Was ist die Vision hinter Cradle to Cradle?
Im Augenblcik bin ich in Lüneburg beurlaubt bis 2017. Ich lehre an der Erasmus Universität in Rotterdamm, habe dort einen Lehrstuhl in der European Business School, welche zur Zeit die angesehenste öffentliche Business-School in Europa ist. Ich möchte zeigen, dass Cradle to Cradle vor allem ein Wirtschaftskonzept ist, wie man Produkte machen kann, die nicht mit Sklavenarbeit aus Fernost konkurrieren müssen.
Wie produziert man “einfach intelligent”?
Die jetzigen Produkte sind erstaunlich primitiv was Umwelt- und Gesundheitsschutzrechtlichkeit anbelangt. Wir finden in Kinderspielzeug hunderte von schädlichen Chemikalien. Ein einfacher Parkzettel oder eine Euromünze ist nie für Hautkrankheiten entwickelt worden. Bei Cradle to Cradle geht es darum, die Dinge für die Bios- oder Technosphäre positiv zu definieren. Wir versuchen, die bestehenden Dinge zu optimieren und nicht neu zu machen. Die Produkte sind nicht teurer, wenn man sie in Bezug auf Umwelt und Gesundheit optimiert.
Können Sie abschätzen, ob die Implementierung von Cradle to Cradle in Unternehmen Mehrkosten verursacht?
Das Gegenteil ist der Fall. Wir stellen fest, dass die Unternehmen extrem profitabel werden, weil ihre Material-Lieferstrecken viel einfacher werden und viel bessere Produkte entstehen. Der Nachteil ist dann allerdings, dass diese Unternehmen so profitabel werden, wie sie nie zuvor waren und dann an irgendwelche Investoren verkauft werden, die dann als erstes das Budget für Cradle to Cradle senken, weil sie denken, dass Cradle to Cradle ein Moralthema sei. Die Moral ist aber immer dann weg, wenn man sie eigentlich bräuchte. Die Investoren denken also, es sei eine Art Luxus, den man sich nicht leisten könne.
Wieviel Prozent der Unternehmen haben schon einmal von cradle to cradle gehört?
Es lassen sich alle Produkte nach Cradle to Cradle herstellen. Wieviele davon gehört haben kann ich nicht sagen.
Wie sehr darf man Ihre Aussage ernst nehmen, dass Verschwendung nicht schlecht ist?
Das Höchste in Deutschland ist ein Passivhaus. Uns geht es darum Gebäude wie Bäume zu haben, die die Luft und das Wasser reinigen und nicht nur ein bisschen weniger Energie verbrauchen. Sie sollen also einen ökologischen Fußabdruck erzeugen, der ein Feuchtgebiet wird und die anderen Lebewesen unterstützt, nicht weniger schädlich zu sein. Die Erde hat über zehntausend Mal mehr Energieeintrag als wir jemals brauchen würden, wir müssen also nicht sparen, verzichten und vermeiden.
Gibt es eine Cradle to Cradle Community?
Ja, die Community organisiert sich selbst. Die Leute sehen beispielsweise einen Vortrag oder lesen einen Beitrag und entscheiden sich dann, mitzumachen. Es gibt in Deutschland den Cradle to Cradle e. V. mit ganz vielen jungen Studenten, es gibt Cradle-People, Cradle-Net oder Cradle-Supporters, aber auch Kirchengemeinden oder die IG-Metall. Mc Kinsey hat beispielsweise hunderte von Trainings zu Cradle to Cradle.
Muss nicht auch der Endverbraucher wissen was Cradle to Cradle ist, um “gute” von “schlechten” Unternehmen unterscheiden zu können?
Nein, gar nicht. Ich muss doch auch nicht wissen, wie ein Airback funktioniert. Wir haben zum Beispiel Unterwäsche für einen großen Hersteller gemacht, diese Unterwäsche ist die erste, die wirklich für Hautkontakt gemacht ist. Sollte jetzt der Hersteller darauf schreiben, dieser BH ist für Hautkontakt gemacht? Wenn er das täte, würde er ja alle anderen Dinge dabei diskreditieren. Es ist einfach nur ein gutes Produkt und sonst nichts weiter. Es geht um ganzheitlich umfassende Qualität.
Wie wird Cradle to Cradle von den Unternehmen praktiziert? Kommt es nur für vereinzelte Produkte zum Einsatz oder wird das komplette Unternehmen darauf ausgerichtet?
Die meisten Unternehmen richten das komplette Unternehmen auf Cradle to Cradle aus. Natürlich probiert jedes Unternehmen es zunächst einmal aus, so wie man den großen Zeh ins Badewasser steckt. Aber wenn man einmal verstanden hat, dass weniger schlecht nicht gut ist, dann kann man gar nicht mehr anders.
Kann man sagen welche Unternehmen mehr Cradle to Cradle für sich nutzen, sind es eher Großunternehmen, Mittelständler oder kleine Unternehmen?
Das kann man so nicht sagen. Schauen Sie sich Unternehmen wie Goodbaby (Video), Maersk oder Puma an, die alle ehrgeizige Ziele mit Cradle to Cradle verfolgen. Es kann also genauso gut die Frima Unilever sein wie auch der kleine Müsli-Hersteller. Familien-Unternehmen sind im allgemeinen schneller, weil sie einfach längerfristig denken und weil sie nicht fragen, wie kann ich möglichst viel Geld damit verdienen sondern wie kann ich möglichst gute Produkte herstellen. Man braucht Leute, die aus dem bestehenden Denken heraustreten und nach Innovationen suchen.
Wie ist der normale Ablauf, kommen die Unternehmen auf Sie oder gehen Sie auf die Unternehmen zu?
Wenn die Unternehmen nicht auf uns zukommen, dann arbeiten wir in der Regel nicht mit ihnen zusammen, da wir sonst das komplette mittlere Managament gegen uns haben.
Wie geht es mit Cradle to Cradle weiter?
Wir gehen davon aus, dass Europa bis 2030 auf Cradle to Cradle umgestellt ist. Wenn Sie sehen, wie die Ellen MacArthur Foundation es schafft, praktisch alle führenden Unternehmen Europas an einen Tisch zu bekommen, dann stimmt mich das sehr optimistisch. Ein Beispiel: Michail Gorbatschow hat mir einmal gesagt, dass für Glasnost und Perestroika nur drei Prozent Mitglieder der Kommunistischen Partei nötig waren. Er hat es geschafft, dieses hochgerüstete Imperium friedlich auseinader fallen zu lassen, das war eine riesen Leistung, realisiert mit nur wenigen Leuten. Bei Cradle to Cradle ist es ähnlich, obwohl es allmählich Main-Stream wird.

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Stichwort Ressourcenschonung

Für eine nachhaltige Rohstoffpolitik: Deutschland braucht die Rohstoffwende

Um Rohstoffe in Zukunft verantwortlich zu fördern, weiterzuverarbeiten und zu nutzen, braucht es konkrete, umfassende und rohstoffspezifische Nachhaltigkeitsziele. Diese müssen ökologische und soziale Herausforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Bislang wurde fast ausschließlich der ökonomische Faktor Verknappung bei der Strategieentwicklung für Rohstoffe beachtet; das Öko-Institut fordert jedoch einen umfassenderen Blick. Die Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating an der Frankfurter Universität ist zwar schon weiter, aber um jeden Bundesgenossen dankbar. weiterlesen

Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft

Green Alley Award 2015 fördert innovative Recycling-Ideen

Bis zum 15. September können sich europäische Start-ups für den Green Alley Award, Europas einzigen Gründerpreis der Kreislaufwirtschaft, bewerben. Gesucht werden die besten Geschäftsideen rund um Abfall, Ressourcenschonung und Recycling. Ausgerichtet wird der Gründerwettbewerb seit 2014 von dem Green Economy Investor Green Alley zusammen mit Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Seedmatch. Dem Gewinner winkt ein Paket aus Geld- und Sachleistungen im Wert von bis zu 20.000 Euro inklusive mietfreier Bürofläche in den Berliner Osram-Höfen und jede Menge Gelegenheiten zum Netzwerken in der Gründerszene Europas. Mehr Infos zum Wettbewerb unter www.green-alley-award.com.

Green Alley Award

2014: Drei Start-ups der Green Economy mit dem Green Alley Award ausgezeichnet – Mehrweg-Versandverpackungen, Schnäppchen-App für Lebensmittel und veganer Biodünger

Finnische Designer, Kölner Medienwissenschaftler und Berliner Agraringenieurinnen gewinnen den ersten deutschen Gründerwettbewerb rund um das Thema Abfall

Berlin, 30. September 2014. Drei Start-ups der Green Economy wurden heute in Berlin beim Finale des Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht“ für ihre Geschäftsideen mit dem Green Alley Award ausgezeichnet. Der Preis wurde vom Berliner Gründernetzwerk Green Alley und der Crowdfunding Plattform Seedmatch im Frühjahr 2014 initiiert. Damit sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen.

Für das Finale wurden sieben Gründerteams aus 70 Bewerbern ausgewählt, die heute in jeweils drei Minuten ihre Geschäftsmodelle einer Jury präsentiert haben. Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space nebeneinander und miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

RePack
Die finnischen Designer von RePack haben ein Mehrwegsystem für den Online-Handel entwickelt, mit dem die wiederverwendbaren Verpackungen bequem vom Verbraucher zurückgeschickt werden können. Als Anreiz erhält der Kunde einen Warengutschein, den er bei seinem Einkauf im Online-Store einlösen kann. Jurymitglied, Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch war begeistert von der Idee: „Dies ist eine absolut überfällige Innovation. Der Online-Handel boomt, dementsprechend wächst auch die Menge an Verpackungsmaterial. Das Gründerteam aus Finnland bringt eine Lösung für ein internationales Problem nach Berlin.“ Von Textilien bis hin zu Möbeln können verschiedenste Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen von RePack versandt werden.

FoodLoop
Die Motivation von FoodLoop Gründer Christoph Müller-Dechent war es, die tägliche Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu reduzieren. Laut Foodloop werden jeden Tag pro Supermarktfiliale zwei volle Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen, die noch Monate haltbar wären. Das erst im April 2014 gegründete Start-up hat eine App entwickelt, mit der Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums vom Handel preisreduziert angeboten und vom Verbraucher ausfindig gemacht werden können. Laut Jury ist die App eine einfache Idee mit großer Wirkung.

GreenLab Berlin
Am aktuellen Bio- und Vegan-Trend setzen die zwei Agrarwissenschaftlerinnen von GreenLab Berlin mit ihrem biologischen Dünger aus Lebensmittelabfällen an, den sie aus Kakaoschalen der Bio-Schokoladenproduktion entwickeln. Mit seinem Dünger, der nach Schokolade duftet, will das Team zeigen, dass biologische Kleingärtner keine Spießer sind, sondern neue Maßstäbe beim Urban Gardening setzen. Die Jury überzeugten sie durch das clevere Geschäftskonzept und durch ihren souveränen Umgang mit den kritischen Fragen zu Finanzierung, Wettbewerbern und Alleinstellungsmerkmalen. Laut GreenLab Berlin ist das Produkt der erste und einzige vegane Dünger, der derzeit im Handel erhältlich ist.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für den Green Alley Award waren der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert für die Gesellschaft und den Verbraucher. „Fachliches Know-how und eine gute Idee allein reichen nicht aus. Daher haben wir bei unserer Auswahl auch auf die Motivation sowie die Präsentations- und Begeisterungsfähigkeit der Gründer geachtet. Wer erfolgreich im Markt bestehen will, muss uneingeschränkt von seiner Idee überzeugt sein und das auch vermitteln können“, sagt Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer Green Alley GmbH bei der Preisverleihung.

Über Green Alley:
Green Alley ist die Anlaufstelle für Gründer der Green Economy mit Sitz in Berlin. Das Gründerzentrum bringt Start-ups, Innovatoren und junge Unternehmen unter einem Dach zusammen und unterstützt sie mit Gründungskapital, Know-how und Dienstleistungen, um ihre grünen Geschäftsmodelle erfolgreich am Markt zu etablieren.

Die Green Alley Investment GmbH ist eine 100%-igeTochter des Umwelt- und Entsorgungsspezialisten Landbell AG. Das Mainzer Unternehmen betreibt ein System zur Erfassung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und bietet langjährig erprobte Branchenlösungen. Die Rücknahme und Entsorgung von Elektroschrott, ein Pfandsystem für das Recycling von Einweg-Getränkeverpackungen, sowie Angebote für Industrieentsorgung, Transportverpackungen und das Gesamtdienstleistungspaket runden das umfassende Portfolio von Landbell ab.

Über Seedmatch
Seedmatch ist die erste und größte Crowdfunding-Plattform für Start-ups in Deutschland. Crowdfunding für Startups ist ein Finanzierungsmodell für Risikokapital, bei dem eine Vielzahl von Privatpersonen bereits ab 250 Euro online in junge Unternehmen investieren. Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 68 Finanzierungsrunden erfolgreich durchgeführt und über 19 Millionen Euro für Start-ups zusammengetragen. Seedmatch ist immer auf der Suche nach spannenden, zukunftsweisenden Unternehmen mit Kapitalbedarf.

->Quelle: dwr-eco.com

Michael Braungart zu Besuch in der Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating.

Cradle-to-Cradle: “Wir müssen alles neu erfinden”

Am 20.03.2015 war Michael Braungart zu Besuch in der FGEÖR im Haus von “Brot für die Welt” in Berlin. In lockerer Gesprächsrunde stellte er sein “Cradle-to-Cradle”-Prinzip vor, das Peter Unfried in der taz einmal treffend so beschrieben hat: “Braungart will eine Welt ohne Umweltverschmutzung und Abfall, in der man alle Verbrauchsgüter gefahrlos aufbrauchen kann, weil sie nützlich für die Umwelt sind. Und in der man alle Gebrauchsgüter endlos wiederverwerten kann.” Michael Braungart und Johanhnes Hoffmann (web) - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20150320

Es gehe nicht darum, der Umwelt weniger zu schaden, sondern ihr zu nutzen – “weniger zerstören ist noch lange nicht gut”. Sonst entspreche das Bemühen um mehr Nachhaltigkeit etwa dem Satz: “Schütze Dein Kind – schlage es weniger!” Wir könnten – und müssten – “Dinge entwickeln, die nicht weniger schädlich, sondern nützlich sind”. Wir müssten “alles neu erfinden”. Er will nicht weniger Energie verbrauchen und nicht so viel CO2 ausstoßen, er will anders und besser produzieren.
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Besser statt billiger durch “Cradle to Cradle”

IG Metall: Ein neuer Ansatz für grüne Innovationen

Cradle to Cradle - logoIm Beruf Gutes tun, neue Produkte entwickeln und herstellen, die nicht nur weniger schädlich für Umwelt, sondern sogar nützlich sind – das ist gute Arbeit, die jeder Beschäftigte anstrebt. Das Cradle to Cradle-Prinzip ist ein Ansatz, um die Produktion genau dahin zu entwickeln.

IG Metall logoAm Vorbild der Natur will Prof. Dr. Michael Braungart die industrielle Produktionsweise ausrichten: Die Natur ist nicht effizient, sie produziert im Überfluss. Aber: Die Natur kennt auch keinen Abfall, denn alles wird früher oder später zum Nährstoff für ein anderes Produkt. An diesem Prinzip orientiert sich auch das von ihm entwickelte “Cradle to Cradle” (“von der Wiege bis zur Wiege”). Dabei werden unter Verwendung von umweltsicheren, gesunden und wiederverwertbaren Materialien Produkte hergestellt. Nach Ende ihres Gebrauchswertes können diese Produkte dann in ihre Ausgangskomponenten und -materialien zerlegt und wiederum zu neuwertigen Gebrauchsgütern wiederverarbeitet werden. Ein Kreislauf, der sich unendlich oft wiederholen lässt.

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