Wer Wind sät, wird Sturm ernten?

Peter Hennicke über die UBS/PwC-Studie „Riding the storm“1

Eine neuere Studie von UBS und PwC mit dem vielversprechenden Titel “Riding the Storm“ untersucht die Anzahl, den Vermögensumfang, die Investitionschwerpunkte und die Perspektiven der Milliardäre der Welt2 bis zum Juli 2020. Insofern vermittelt die Studie auch einen interessanten Einblick in die Wechselwirkungen von ökonomischen Folgen der Corona-Krise und Aktivitäten der Superreichen. Insbesondere eine Hauptthese ist interessant: “Wir haben bereits zuvor gesehen, wie eine Kohorte von „Innovators“ und „Disruptors“ von Milliardären, die in den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und Industrie aktiv sind, zur Umgestaltung der Wirtschaft beigetragen hat. COVID-19 hat diesen Trend drastisch beschleunigt … Dies ist ein Schlüsselmoment in der Wirtschaftsgeschichte, eine Zeit außergewöhnlicher schumpeterianischer kreativer Zerstörung“.3

„Die Funktion der Unternehmer besteht darin, das Produktionsmuster zu reformieren oder zu revolutionieren, indem sie eine Erfindung oder, allgemeiner, eine unerprobte technologische Möglichkeit zur Herstellung einer neuen Ware oder zur Herstellung einer alten Ware auf eine neue Art und Weise nutzen, indem sie eine neue Bezugsquelle für Materialien oder einen neuen Absatzmarkt für Produkte erschließen, indem sie eine Industrie neu organisieren usw.“
(Eingangszitat der Untersuchung: Joseph Schumpeter, österreichischer Wirtschaftswissenschaftler, der das Konzept des Unternehmertums und die Theorie der schöpferischen Zerstörung eingeführt hat).

Das Gesamtvermögen der Milliardäre ist vom bisherigen Spitzenwert (8,9 Billionen US$ Ende 2017) bis 31. Juli 2020 auf eine neues Maximum von 10,2 Billionen US$ angewachsen. Trotz erheblicher Verschiebungen innerhalb dieser Gruppe ist die Zahl der Milliardäre bis zum 31. Juli 2020 auf den neuen Maximalwert von 2.189 angestiegen, im Vergleich zu 2158 im Jahr 2017. Obwohl die zugesagten Spenden von 209 Milliardären – insbesondere zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise – auf einen bis dato Rekordwert von 7,2 Milliarden US$ (vor allem in den USA) angestiegen ist, schränkt die Studie ein: „Eine kleine Gruppe von Milliardären leistet Pionierarbeit in der Philanthropie und verfolgt gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele für ihre Unternehmens- und Investitionstätigkeit.“4 weiterlesen

Klimawandel wird Thema bei Bankentreffen

Erderwärmung in Finanzbranche angekommen – US Federal Reserve (Fed) tritt Network for Greening the Financial System (NGFS) bei

Inzwischen ist der Klimawandel auch bei internationalen Banken-Treffen ein wichtiges Thema – am 20.11.2020 auch erstmals beim traditionellen European Banking Congress in Frankfurt – so Rolf Obertreis in der Frankfurter Rundschau. Notenbanker und Banker seien sich einig gewesen, dass die Risiken des Klimawandels erheblich sind und entsprechend berücksichtigt werden müssten.

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Plötzlich Machtzentrum

Deutsche Börse übernimmt Mehrheit an ISS

„Die Deutsche Börse gilt als einer der langweiligsten Dax-Konzerne, jetzt übernimmt das Unternehmen passend zum Investorentag den wichtigen Anlageberater und Datenanbieter ISS – und steigt so zur globalen Macht auf“, stellt die Wirtschaftswoche am 18.11.2020 lakonisch-trocken fest. „Plötzlich Machtzentrum“ überschreibt Lukas Zdrzalek seinen Text. Mindestens ebenso lakonisch-trocken liest sich die Medienmitteilung der Frankfurter Deutsche Börse AG:

    • Die Deutsche Börse erwirbt in Partnerschaft mit dem aktuellen Management und Genstar Capital eine Mehrheitsbeteiligung an Institutional Shareholder Services (ISS), basierend auf einer Bewertung von 2.275 Millionen US-Dollar (1.925 Millionen Euro) für 100 % von ISS
    • Durch die Akquisition wird die Deutsche Börse zu einem der weltweit führenden Anbieter von ESG-Daten und Research
    • Das Daten- und Researchgeschäft von ISS ergänzt die Geschäftsaktivitäten der Deutschen Börse entlang der gesamten Wertschöpfungskette; die Übernahme eröffnet beiden Unternehmen zusätzliche Wachstumschancen
    • Um die Unabhängigkeit von Datengeschäft und Research sicherzustellen, bleibt ISS innerhalb der Deutschen Börse eigenständig
    • ISS-CEO Gary Retelny wird das Unternehmen weiterhin leiten

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Neues Buch: Die EZB und die Menschenrechte

Versagt die zentrale Finanzinstitution der EU?

Während Ökonomen darüber streiten, ob die neue EZB-Chefin Christine Lagarde die lockere Geldpolitik ihres Vorgängers Mario Draghi im Interesse der Finanzstabilität und in Richtung 2% Inflation fortsetzen sollte, treibt die Forschungsgruppe Wirtschaft und Finanzen des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen die Frage voran, ob die EZB gerade in dieser Frage im Interesse der ökologischen, sozialen und kulturellen Nachhaltigkeit völlig versagt.

Der Sitzung des Expertengremiums am 29. Oktober 2019 an der Goethe-Universität ging die Petition 42912017 des Wirtschaftsethikers Harald Bolsinger an den Petitionsausschuss des EU-Parlaments voraus. Diese Petition unterstreicht die aktive Beteiligung der EZB an der Aushöhlung der Werte der Grundrechtecharta (d.h. über ihre Portfolio-Politik), die für alle EU-Institutionen verbindlich ist.

Die Forschungsgruppe Wirtschaft und Finanzen des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen stellte mit der Konferenz die wichtige Frage, ob die EZB als EU-Institution unabhängig von den Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsprinzipien der EU handeln kann. Es besteht die Gefahr, dass sie diese Prinzipien aus wirtschaftlichen Gründen faktisch nicht berücksichtigt. Gemessen am Volumen der von der EZB verwalteten Mittel macht dies die Bemühungen um ethisch nachhaltige Investitionen praktisch bedeutungslos. Nachhaltige Investitionen sind jedoch als Mittel der sozialen und wirtschaftlichen Transformation von großer Bedeutung.

Die Inhalte der Konferenz sind jetzt als Buch unter dem Titel „The European Central Banc as a Sustainability Role Model“ bei Springer erschienen: Die Weltethos-Forschungsgruppe Finanzen und Wirtschaft fordert mit der Veröffentlichung das Europäische Parlament auf, für mehr Transparenz und Ethik in der Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank zu sorgen. Die Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Finanz- und Wirtschaftspolitik der Europäischen Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt der Neuerscheinung.

Was kann die Europäische Zentralbank im Rahmen ihres Mandates zu einer europäischen Gesamtstrategie der Nachhaltigkeit beitragen? Wo liegen die ungenutzten Potenziale, auf die sich die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei ihrer Wende zur klimafreundlichen und ökologisch verantwortlichen EU-Politik stützen kann? Der Sammelband der von Prof. Dr. em. Johannes Hoffmann (Chairman of the Founding Board), Prof. Dr. Harald J. Bolsinger (Member of the Board, Director Regulatory Policy) und Dr. Bernd Villhauer (Member of the Board, Director Research Organization) für die Forschungsgruppe herausgegeben wird, beleuchtet das mit Beiträgen von Michael Schmidt (Chief Investment Officer Lloyd Fonds AG und Mitglied der High Level Expert Group on Sustainable Finance der EU Kommission), Johannes Hoffmann (Goethe-Universität Frankfurt), Susanne Bergius (Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments), Harald Bolsinger (FHWS Würzburg), Bernd Villhauer (Universität Tübingen) und Marian Szidzek (Universität Köln).

Dieses Anliegen war in der Expertendiskussion „Ein nachhaltiges Europa: Die EZB als Kardinalfehler?“ diskutiert und transparent gemacht worden. Es wurde auch öffentlich auf die Verantwortung der EZB hingewiesen, die ethischen und sozialen Grundsätze der EU bei der Umsetzung ihrer Wirtschaftspolitik zu beachten. In dieser Hinsicht brachte die Frankfurter Konferenz philosophische, wirtschaftliche, rechtliche und politische Argumente zusammen, die in dieser Publikation einem breiteren Publikum vorstellen.

Ko-Autor und Petitionsverfasser Harald Bolsinger: „Die EZB muss schleunigst dazu verpflichtet werden, dem EU-Parlament gegenüber Transparenz über die Grundrechtscompliance aller von ihr gehandelten Wertpapiere zu schaffen. Insbesondere bezüglich der 15 Billionen € als marktfähige Sicherheiten anerkannten Wertpapiere. Dann wird endlich deutlich, dass die EZB ihre Sorgfaltspflicht bisher ignoriert hat, die Grundrechtscharta in ihren Geschäften zur Umsetzung zu bringen. Für alle anderen Europäischen Institutionen ist das schon längst Standard – das Europäische Parlament und die Europäische Kommission müssen das bei der EZB endlich auch sicherstellen!“

Ein erster Schritt ist bereits gelungen: Am November I I, 2019 sprach Harald Bolsinger vor dem Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments. Die Parlamentarier lobten die Petition und beschlossen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Die Forderungen sollen dem neuen Chef der EZB vorgelegt und im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments sowie in anderen Entscheidungsgremien diskutiert werden.

Wirtschaftsethiker Gerhard Minnameier, Uni Frankfurt:  „Die in dem Sammelband vertretenen Autor*innen erörtern die Frage, ob und inwiefern den Zentralbanken und insbesondere der Europäischen Zentralbank eine Rolle bei der Durchsetzung von Nachhaltigkeitszielen zukommt und wie diese mit Inhalt zu füllen wäre. Ihre primäre Aufgabe besteht darin, für einen stabilen Geldwert zu sorgen. Angesichts der großen Bedeutung von Finanzierungsprozessen für die wirtschaftliche Steuerung im Bereich der Nachhaltigkeit ist jedoch fraglich, ob Zentralbanken in dieser Hinsicht abstinent sein sollten. Umgekehrt lässt sich fragen, welchen Einfluss Zentralbanken ausüben können. Wichtige Fragen und eine wichtige Diskussion!“

Die Experten-Podiumsdiskussion fand an einem geschichtsträchtigen Ort in Deutschland statt, nämlich im Eisenhower-Saal der Goethe-Universität Frankfurt. Der vom Architekten Hans Poelzig im Auftrag der IG Farben von 1928 bis 1930 entworfene Saal ist das modernste industrielle Bürogebäude des zwanzigsten Jahrhunderts. Nach dem Krieg zogen die Amerikaner ein und das Gebäude wurde für die nächsten 43 Jahre ihr Hauptquartier. Am 1. Juli 1948 wurden die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer aufgefordert, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland auszuarbeiten, in genau diesem Raum. Das Haus der IG Farben kann daher als Geburtsstätte der deutschen Verfassung angesehen werden. Hier wurden auch die Verhandlungen über die Einführung der neuen Währung, der D-Mark, geführt, die diesen Ort für immer untrennbar mit der D-Mark verbunden haben.

Im Jahr 1995 zogen die Amerikaner aus, und es stellte sich die Frage, was mit dem Gebäude geschehen sollte, also wer einziehen sollte. In den Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und dem Land Hessen lagen zwei Vorschläge in der Luft, nämlich die EZB und die Goethe-Universität. Die Forschungsgruppe hatte diesen historischen Ort für die Konferenz in der Hoffnung gewählt, dass auch er zu einer besseren Zukunft – einem wirklich nachhaltigen Eurosystem – beitragen wird …

P.S. Am 5. August 2020 erhielt der Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments einen Brief von der Generaldirektion Internationale & Europäische Beziehungen der Europäischen Zentralbank. In diesem Brief (Committee on Petitions_EZB-Weltethos_Bolsinger) wird dargelegt, dass die EZB das vorrangige Ziel hat, mittelfristig Preisstabilität zu gewährleisten. Ob dies auf der Grundlage der menschenrechtsbezogenen Grundsätze und Verpflichtungen erfolgen kann oder sollte, wird wie folgt erörtert: „Die Direktion erkennt an, dass die EZB ein Adressat der Charta der Grundrechte ist, ist aber nicht automatisch verpflichtet, die Charta gegenüber den Emittenten von Wertpapieren durchzusetzen, die sie für ihre geldpolitischen Operationen als geeignet erachtet:“ Dies wirft eine Menge Fragen nicht nur für die EZB, sondern auch für andere EU-Organe auf. Der kurze Brief, der versucht, die komplizierte Angelegenheit auf zwei Seiten zu erörtern, liefert Material für weitere Untersuchungen in mehr als einer Perspektive. Zum Beispiel sollte man sich diese Schlussfolgerung genauer ansehen:

„Die EZB kann sich auch nicht einfach den Erkenntnissen privater, selbst beglaubigter Quellen, wie sie der Petent vorschlägt, beugen.“ Das richtet sich wahrscheinlich an NGOs – aber gilt das auch für Rating-Agenturen – und was würde das für die Analyse und die europäische Investitionspolitik bedeuten? All dies zeigt, dass die Diskussion über die Regeln und Prinzipien der EZB-Strategie erst begonnen hat …

Sustainable Finance ist eine prägnante und maßgebliche Referenzreihe, die Forschung und Praxis miteinander verknüpft. Sie liefert verlässliche Konzepte und Forschungsergebnisse auf dem ständig wachsenden Gebiet der nachhaltigen Investitionen und Finanzen, der SOG-Wirtschaft und des Führungsmanagements mit der erklärten Verpflichtung, die Theorien, Methoden, Instrumente und Investitionsansätze vorzustellen, mit denen die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und die Pariser Vereinbarung COP 21/22 erfüllt werden können, zusammen mit dem De-Risking von Vermögenswerten und der Schaffung von Dreizwecklösungen, welche die Parität von Gewinn, Menschen und Planet durch ausgesuchte Architektur, Leidenschaft und Leistung sicherstellen. Die Reihe befasst sich mit Marktversagen, systemischen Risiken und definiert Portfoliotheorie neu, Portfolio-Engineering sowie Behavioral Finance, Finanzvermittlung, Produktinnovation, gemeinsamen Werten, Gemeinschaftsbildung, Unternehmensstrategie und -innovation, exponentieller Technologie und der Schaffung von Sozialkapital neu. Die Reihe Sustainable Finance und SOG Economics hilft, die Kernaussagen zu internationalen Richtlinien, Leitprinzipien der Rechnungslegung und Rechenschaftspflicht zu verstehen, sie geht über angrenzende Bereiche (wie Rechnungswesen, Marketing, Strategie, Risikomanagement) hinaus und integriert das Konzept der Psychologie, Innovation, exponentiellen Technologie, Wahlarchitektur, alternativen Wirtschaft, gemeinsamen Werte der Blue Economy, Berufe der Zukunft, Führung. Human- und Gemeinschaftsentwicklung, Teamkultur, Wirkung, quantitative und qualitative Messung, Harvard-Verhandlung, Mediation und komplementäres Währungsdesign unter Verwendung von Exponentialtechnik und Ledger-Technologie. Die Bücher der Reihe enthalten neueste Erkenntnisse aus der Forschung, Konzepte für die Umsetzung sowie bewährte Verfahren und Fallstudien für die Finanzindustrie.

Autoren

  • Harald Bolsinger
    FHWS University of Applied Sciences Würzburg-Schweinfurt, Würzburg, Germany
  • Bernd Villhauer
    Weltethos-Institut at the University of Tübingen, Tübingen, Germany
  • Johannes Hoffmann
    Goethe University Frankfurt,  Frankfurt/Main, Germany

ISSN 2522-8285 – ISSN 2522-8293 (electronic)

Sustainable Finance
ISBN 978-3-030-55449-1 – ISBN 978-3-030-5540-7 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-030-55450-7

„Der ‚wahre‘ Wert von grünem Wasserstoff“

Revolutionierung der Land- und Energiewirtschaft mit Regionalwert-Methode

Christian Hiß
Christian Hiß: „Bodenfruchtbarkeit ist Betriebsvermögen – und muss in die Bilanz.“

Wie bemisst man den Wert nachhaltiger Bewirtschaftungsverfahren? Wie wertvoll ist das Fachwissen von Land- und Energiewirten? Bislang finden nur finanziell quantifizierbare Werte den Weg in die Unternehmensbilanzen. Soziale oder ökologische Aspekte bleiben unberücksichtigt – sehr zum Nachteil von nachhaltig wirtschaftenden Firmen. Die Freiburger Regionalwert AG hat eine Methode entwickelt, die die Buchhaltung im Agrar- und auch im Energiesektor revolutionieren könnte. Jetzt steht ihr Gründer Christian Hiß mit seinem Konzept kurz vor dem Durchbruch und will aus dem bisherigen Nischendasein heraustreten. Gemeinsam mit dem Software-Giganten SAP möchte er auf die große Bühne. Dies könnte speziell für die Energiewirtschaft weitreichende Folgen haben, denn die Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse könnte dabei helfen, den „wahren“ Wert von grünem Wasserstoff zu ermitteln.

Christian Hiß ging schon vor Jahren der Frage nach, wie sich der tatsächliche Wert landwirtschaftlicher Arbeit ermitteln lässt. Der Grundgedanke dahinter war damals wie heute, dass es insbesondere im Agrarsektor viele Leistungen und viel Wissen gibt, die sich nicht in der Bilanz abbilden lassen, obwohl für ihre Erbringung beziehungsweise ihr Erlangen ein teils erheblicher Aufwand betrieben wird, ohne dass dieser zu beziffern wäre.

Sozio-ökologische Bewertung

Dem gelernten Gärtner war vor mehr als fünfzehn Jahren bei der Erstellung seiner jährlichen Bilanz klar geworden, dass eine allein auf Euro-Beträge ausgerichtete Buchhaltung nicht alle Werte korrekt wiedergibt. Er machte sich daher daran, eine mehrstufige Methodik zu entwickeln, die auch andere Leistungsfaktoren, die für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Bedeutung sind (Bodenfruchtbarkeit, Fachwissen, Mitarbeiterzufriedenheit usw.), berücksichtigt.

Gemäß dieser Methodik werden soziale, ökologische und personalwirtschaftliche Leistungen zunächst erfasst und dann angemessen bewertet. In der dritten Stufe werden die so gewonnenen Daten interpretiert und anschließend monetarisiert. Im fünften Schritt ergibt sich daraus ein Nachhaltigkeits-Index beziehungsweise eine auf nachhaltige Werte ausgerichtete Bilanz. Hiß selbst bezeichnete diesen Ansatz als „spektakulär“.

„Die gewöhnliche Buchhaltung und Bilanzierung setzt viele Vermögensarten wie Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Wissen einfach als gegeben voraus und bewertet sie in der Bilanz der Betriebe mit null. Die Verantwortlichen der Regionalwert AG halten dies für fatal und für eine Ursache für die vielfältigen ökologischen Schäden und Risiken sowie soziale Ungerechtigkeiten.“

Regionalwert Unternehmensprofil

Das Ziel des Vordenkers ist, dass in die Bilanz der Zukunft aufseiten der Aktiva im Anlagevermögen fortan auch die sozial-ökologischen Vermögen aufgenommen werden. Bei den Passiva müssten demnach dann auch beispielsweise die Rückstellungen für Nachhaltigkeit integriert werden. „Wenn man Hybridsorten verwendet, ist das ein betriebswirtschaftliches Risiko“, nennt Hiß als Beispiel.

Ihm geht es darum zu zeigen, dass Nachhaltigkeitsleistungen einen betrieblichen Mehraufwand erfordern, der bisher in der Buchhaltung nicht differenziert ablesbar ist und in der finanziellen Erfolgsrechnung nur kostenseitig erscheint, obwohl ein Mehrwert erbracht wird, der Umwelt und Gesellschaft sowie dem Aufbau eines resilienten regionalen Wertschöpfungsraums zugutekommt.

Neue Blickwinkel

Von Juni 2018 bis November 2019 erarbeiteten die Mitarbeiter und Forscher der Regionalwert AG Freiburg in Kooperation mit den Agronauten e. V. das Grundgerüst ihres Konzepts im Rahmen des Projekts „Richtig Rechnen in der Landwirtschaft“. Auf den daraus hervorgegangenen Ergebnissen basiert die Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse. Hierbei handelt es sich nach Angaben der Entwickler um das „erste marktfähige Instrument zur Sichtbarmachung und Bewertung sozialer, ökologischer und regionalwirtschaftlicher Leistungen in landwirtschaftlichen Betrieben auf Grundlage von Buchhaltungsdaten“.

Die Regionalwert AG hat dafür ein zunächst kompliziert anmutendes Verfahren zur Bewertung bislang nicht quantifizierter Faktoren ausgearbeitet. Dabei werden über 170 sozio-ökologische und regionalwirtschaftliche Leistungskennzahlen analysiert (z. B. samenfestes Saatgut, Stickstoffsaldo, Blühflächen, CO2-Rückbindung, Azubiquote, Mitarbeiterfluktuation, faire Löhne, gesellschaftliches Engagement, regionale Wertschöpfung). Diese können dann anhand eines ausgefeilten Systems auf einer Internetplattform vergleichsweise übersichtlich dargestellt werden. Das Nachhaltigkeits-Level weist dann aus, auf welchem Niveau sich der entsprechende Betrieb gerade befindet.

QuartaVista ist allgemein anwendbar

Ergänzend dazu läuft aktuell das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Innovationsprojekt „QuartaVista – Navigationssystem für werteorientierte Unternehmen“. Von November 2018 bis Februar 2021 arbeiten inzwischen vier WissenschaftlerInnen sowie sechs MitarbeiterInnen der Regionalwert AG gemeinsam mit Partnerunternehmen an der Ausarbeitung dieses Bewertungssystems. Dr. Jenny Lay-Kumar, Leiterin der Regionalwert-Forschungsabteilung, sagte: „Wie wir derzeit im Innovationsprojekt QuartaVista erleben, sind unsere Methoden zur Erfolgsmessung von nachhaltigem Wirtschaften allgemein anwendbar und hochaktuell sowohl für Unternehmen als auch für politische Akteure.“

Projektmitarbeiterin Johanna Saxler erläuterte, QuartaVista stehe für die vier Blickwinkel, aus denen zukünftig Unternehmenserfolge angeschaut werden könnten: Ökologie, Wissen, Gesellschaft und Finanzen. Sie sagte: „Wir betrachten, welche Risiken entstehen durch nichtnachhaltiges Handeln.“ So würden neben objektiven Wertsetzungen wie den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen auch subjektive Wertsetzungen (z. B. Expertenwissen aus der Praxis, gesellschaftlicher Konsens) berücksichtigt.

Eines der Ziele ist, zunächst für die Partnerbetriebe der AG einen Fonds für den finanziellen Ausgleich ihrer sozial-ökologischen Leistungen aufzubauen. Perspektivisch könnte dieses Instrument dann später auch großskalig in anderen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen – beispielsweise bei der Energieversorgung.

Regionalwert AG Freiburg

Bürgerwindparks sind seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hinlänglich bekannt. Sie haben gezeigt, dass mithilfe einer finanziellen Beteiligung von Privatpersonen große Energieprojekte gestemmt und deren Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden können. Bürgeraktiengesellschaften verfolgen ein ganz ähnliches Prinzip und sind in verschiedenen Bereichen zu finden – beispielsweise im Agrar-, Brauerei- und Immobiliensektor.

Im Gegensatz zu Genossenschaften, die Geld zur Selbsthilfe ihrer Mitglieder suchen, sammeln Bürgeraktiengesellschaften finanzielle Mittel für sich beziehungsweise zur Realisierung eigener Projekte, die dann durchaus allen Mitgliedern zugutekommen können, ein. Und während bei Genossenschaften alle Mitglieder gleiches Stimmrecht haben, staffelt sich dieses bei den Aktiengesellschaften je nach Menge der Aktienanteile.

Regionalwert sieht es als zentralen Vorteil an, dass Aktien nicht kündbar sind. Bei einer Genossenschaft kann es im Extremfall dazu kommen, dass viele Genossen gleichzeitig aussteigen und die Genossenschaft deshalb Beteiligungen an Partnerbetrieben verkaufen muss. Das ist bei einer AG nicht möglich, so dass ein Wertschöpfungsverbund aufgebaut werden kann und die Partnerbetriebe sich auf langfristig angelegtes Eigenkapital verlassen können.

Die in Freiburg gegründete Regionalwert AG existiert seit 2006 und setzt sich für nachhaltiges und sinnvolles Wirtschaften in der Land- und Ernährungswirtschaft ein. Obwohl bei dieser Form der Finanzierung auch das Risiko des Totalverlusts der eigenen Einlagen besteht, fanden sich genügend Privataktionäre, die sich teils mit sechsstelligen Beträgen beteiligten.

Den Anfang machte Eichstetten am Kaiserstuhl im Regierungsbezirk Freiburg. Die dortigen Mitgliedsbetriebe sind äußerst engagiert, motiviert und einfallsreich, weil sie die Gewissheit haben, dass sie für eine gute Sache arbeiten. In den vergangenen Jahren zogen Initiativen in München, Hamburg, im Rheinland sowie in Berlin/Brandenburg und auch in Wien nach. Die dortigen Verbünde sind zwar eigenständig, erwarben aber Lizenzen für die Nutzung des Namens sowie des Konzepts. Fünf weitere Regionen sind aktuell in Gründung. Im Münsterland wird beispielsweise gerade daran gearbeitet, eine derartige Initiative mithilfe europäischer Fördermittel aufzuziehen. Weitere sollen folgen.

Den einzelnen AGs ist seit August 2020 die Regionalwert Impuls GmbH (ehemals Regionalwert Treuhand UG & Co. KG) übergeordnet. Diese verfügt über eine separate Geschäftsführung in Bonn, die die Zusammenarbeit der verschiedenen Regionalinitiativen koordiniert. Der Impuls-Beirat setzt sich aus den Aufsichtsräten der einzelnen AGs sowie Christian Hiß als deren Vorsitzendem zusammen. Geschäftsführer ist Stefan Gothe.

Software für Banken und Berater

Nach Jahren des Konzipierens und Rechnens hat die AG im Juli 2020 ein selbst entwickeltes Online-Tool herausgebracht, das seitdem bei der Regionalwert AG käuflich erworben werden kann (289 Euro). Nach eigener Angabe ist die Software „Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse“ insbesondere für Geldhäuser sowie für landwirtschaftliche Berater interessant. Denn auch Banken müssen Risiken im Kreditgeschäft, die sich aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ergeben, prüfen und bewerten. Daher überraschte es Hiß nicht, dass sich inzwischen selbst die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zunehmend in diese Richtung orientiert.

Der AG-Gründer aus Eichstetten erklärte: „Wir beobachten seit einigen Monaten einen Übergang von der reinen Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Nachhaltigkeitsbilanzierung. Im Dezember 2019 hat die BaFin ein Merkblatt zur Behandlung von Nachhaltigkeitsrisiken für die Finanzbranche herausgebracht. Banken müssen demnach zukünftig derartige Risiken, die sich aus ihrem Geschäft ergeben, in ihrer Bilanz abbilden. Dazu braucht es Methoden und Instrumente, die es zu erarbeiten gilt. Mit unseren Projekten ‚Richtig Rechnen‘ und ‚QuartaVista‘ steuern wir unser Wissen zu dem Prozess bei.“

Hiß zeigte sich zuversichtlich, dass sein Berechnungsansatz über die Banken auch Einzug in die Wirtschaft halten wird. Im Oktober 2020 warf dazu passend die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde während einer Veranstaltung der Vereinten Nationen die Frage auf, ob die Notenbank möglicherweise „grüne“ Unternehmensanleihen bevorzugen sollte. Sie sprach von „Beispielen für Marktversagen“ und darüber, dass Finanzmärkte nicht immer in der Lage seien, allein die Risiken zu bemessen und einzupreisen. Es allein den Märkten zu überlassen, Umweltrisiken mit dem richtigen Preis zu versehen, hielt sie für fragwürdig.

Hiß wird dabei nicht müde zu betonen, dass der Ansatz von Regionalwert der erste war, der den Schritt zu einer sozio-ökologischen Bewertung machte. Er kündigte zudem an, dass ein weiterer Regionalwert-Leistungsrechner in Arbeit sei und ab November 2020 für 500 Euro erhältlich sein solle.

Kooperation mit SAP

Besonders stolz ist der Süddeutsche auf die Zusammenarbeit seiner kleinen regionalen Initiative mit dem großen Software-Konzern SAP. Das ebenfalls in Baden-Württemberg ansässige weltweit agierende Entwicklungshaus von Computerprogrammen für alle erdenklichen Geschäftsprozesse erwägt aktuell die Implementierung der Regionalwert-Methodik in die SAP-Buchhaltungssoftware. Ein entsprechender Werbefilm über Regionalwert wurde bereits gedreht. Anfang des Jahres 2020 präsentierte SAP QuartaVista zudem auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, was für einiges Aufsehen sorgte.

Hiß denkt aber noch weiter. So sollen im Rahmen des avisierten European Green Deal neue europäische Bilanzierungsregeln erarbeitet werden. Der Regionalwert-Vorsitzende hält es durchaus für denkbar, dass sein Ansatz über die Kooperation mit SAP in diesem Zuge mit zurate gezogen werden könnte. „Die Feststellung von Experten ist, dass wir am weitesten in diesem Bereich vorgearbeitet haben“, so Hiß.

SAP bekennt sich jedenfalls klar zu diesem nachhaltigen Ansatz. So erklärte Reiner Bildmayer, Leiter des Innovationsprojektes QuartaVista bei SAP, gegenüber der Zeitschrift Liberal: „Wir stützen uns da auf den Fundus von gut 500 Parametern, die unser Projektpartner entwickelt hat, die Regionalwert AG Freiburg. Dank deren Expertise haben wir Bewertungsempfehlungen für alles Mögliche, bis hin zur Erfassung des Tierwohls in Abhängigkeit von der Fläche, auf der sich ein Küken bewegen kann.“ Auf die Frage, ob sich diese Herangehensweise denn wirtschaftlich für Unternehmen rechne, antwortete er: „Natürlich, zumal sie mit einer QuartaVista-Buchführung sogar ihre Reputation verbessern können. Überprüfbar nachhaltig handelnde Unternehmen sind für Kunden attraktiver und können auch leichter an Finanzierungen kommen, denn den Banken wird das Thema zunehmend wichtig. Auch für die BaFin scheint das von Bedeutung zu sein.“

Regionalwert AG Berlin-Brandenburg

Regionalwert-Berlin-Brandenburg

Der Regionalwert-Ableger in Potsdam ging im Juni 2018 aus der Apfeltraum AG, die vor 15 Jahren zur Unterstützung des Hofs Apfeltraum in Müncheberg initiiert wurde, hervor. Mitgründer war Timo Kaphengst, der zusammen mit Jochen Fritz, Biobauer aus Werder an der Havel und ehemaliger Sprecher der Initiative „Wir haben es satt!“, hauptamtlich den Vorstand der Regionalwert AG Berlin-Brandenburg führt. Ursprünglich ging es Kaphengst um die Sicherung des Zugangs zu den landwirtschaftlichen Flächen (kontra Landgrabbing). Heute steht für ihn die Sicherung des regionalen Wertschöpfungsraums und wirklich nachhaltiges Wirtschaften – sowohl in der Land- als auch in der Energiewirtschaft – im Fokus.

„Wir sehen die Rendite nicht als rein finanzielle Rendite. Die Ausschüttung von Geld steht bei uns nicht im Mittelpunt.“

Timo Kaphengst, Vorstand der Regionalwert AG Berlin-Brandenburg

Auszeichnung von der ZEIT

Wie zum Beleg ihrer guten Absichten erhielten Christian Hiß und die Regionalwert AG im September 2020 den ZEIT-Wissen-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“ 2020 aufgrund ihres besonderen Engagements sowie ihrer Vorbildfunktion für die Allgemeinheit. Der AG-Vorstand erklärte dazu: „Ich freue mich riesig über die Auszeichnung […]. Sie verschafft unserer Arbeit den Rückhalt, den es braucht, um das neue Verständnis von nachhaltigem und regionalem Wirtschaften in die Welt zu bringen.“

Dr. Jörgen Beckmann, Vorstand der Forschungsgesellschaft Die Agronauten e. V., ergänzte: „Wir brauchen dringend ein zukunftsfähiges ökonomisches Konzept, nicht nur für die Land- und Ernährungswirtschaft. Die Landwirtschaft als Urmodell des Wirtschaftens kann uns lehren, wie wir mit den natürlichen Ressourcen haushalten müssen, um unsere Existenz langfristig zu sichern. Christian Hiß hat dies früh erkannt und gehandelt.“

Übertragbar auf Effizienzberechnungen

Die gesamte Herangehensweise, die von der Regionalwert AG Freiburg zunächst insbesondere auf den Agrarsektor zugeschnitten wurde, ist indes nicht auf diesen Bereich eingeschränkt. Die neuartige Bewertungsweise zur Beurteilung des Grades an Nachhaltigkeit, in dem ein landwirtschaftlicher Betrieb agiert, ließe sich grundsätzlich auch übertragen auf andere Sektoren, beispielsweise auf die Effizienz von Energiesystemen oder die Art der Energieversorgung.

Bislang wird bei der Ermittlung des Wirkungsgrades lediglich die herauskommende Energiemenge durch die hineingehende Energiemenge dividiert. Hierbei geht es in der Regel allein um Energieinhalte, also um Kilowattstunden. Aber ähnlich wie bei der Aufstellung finanzieller Bilanzen, bei denen nicht alles in Euro bemessen werden kann, kann in der Physik beziehungsweise Thermodynamik nicht alles in Kilowattstunden bemessen werden.

Wendet man hier das „Bilanz-der-Zukunft“-Prinzip an, dann müssten auch für die Energieversorgung relevante Leistungskennzahlen herangezogen werden. Anstelle von Bodenfruchtbarkeit müssten also Werte wie Ressourcenschonung, Umweltbelastung und Endlagerungsaufwand angemessen eingepreist und berücksichtigt werden.

Die Regionalwert AG Freiburg ist nach eigenen Angaben an einem ganzheitlichen Ansatz interessiert, auch wenn sie bislang vorrangig den landwirtschaftlichen Sektor im Fokus hatte. Auf Nachfrage von HZwei, wie es denn bislang im Energiesektor aussehe, räumte Hiß unumwunden ein: „Da haben wir noch keinen Plan – hatten bisher keine Ressourcen dafür.“ Er ist aber bereits auf der Suche nach weiteren Partnern.

Landwirte als Energiewirte

Weitere Überlegungen gehen in die Richtung, dass bereits seit geraumer Zeit eine Entwicklung im Agrarbereich festzustellen ist, gemäß der Landwirte unweigerlich auch mehr und mehr zu Energiewirten werden (müssen). Die Schnittmenge zwischen nachhaltiger Landwirtschaft und nachhaltiger Energieversorgung wird immer größer, da sich zahlreiche bäuerliche Betriebe bereits selbst um ihre Energieversorgung kümmern. So sind weithin erkennbar schon auf einer Vielzahl von Scheunen Photovoltaikanlagen installiert, auch wenn im Wärme- und Mobilitätssektor noch Handlungsbedarf besteht.

Die Notwendigkeit, die Landwirtschaft in Sachen Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten, ist evident, wenn auch konkrete Projekte in diesem Bereich noch Mangelware sind. Um aber die Pariser Klimaziele erreichen zu können, bedarf es einer zügigen Umstrukturierung bei der Energieversorgung von Bauernhöfen. Dafür sind allerdings Kooperationen erforderlich, da die Landwirte zur Bewerkstelligung solch eines nachhaltig-energetischen Umbaus bei laufendem Betrieb auf Unterstützung angewiesen sind.

So ist eine umfangreiche Hilfe vonseiten des Staats, aber auch von Wissenschaft und Wirtschaft erforderlich, um die hier schlummernden Potentiale zügig heben zu können.

„In der konsequenten Verknüpfung von betrieblicher Erfolgsrechnung und den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen liegt ein Schlüssel für das Wirtschaften im 21. Jahrhundert. Christian Hiß und die Regionalwert AG Freiburg haben mit ihrem Projekt „Richtig Rechnen in der Landwirtschaft“ dazu den Grundstein gelegt. Was für die Landwirtschaft gelingt, sollte auch in anderen Wirtschaftsbranchen möglich sein.“  Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker

->Quelle: hzwei.info/revolutionierung-der-land-und-energiewirtschaft-mit-regionalwert-methode