Beiträge der Kategorie: Ressourcenschonung

Deutschland auf Weg in Kreislaufwirtschaft?

FES-Publikation zur Kreislaufwirtschaft erschienen

WISO-Diskurs Deutschland auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft TitelDeutschland ist in Bezug auf seine Recycling-Quote Weltmeister, doch von der Kreislaufwirtschaft ist es noch weit entfernt. So das Urteil von Henning Wilts vom Wuppertal Institut, der den aktuellen Stand der Kreislaufwirtschaft in Deutschland für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) analysiert hat. Ihre Weiterentwicklung ist nicht nur aus klima- und umweltpolitischen Gründen gerechtfertigt, sie ist auch aus wirtschaftspolitischer Sicht integraler Bestandteil einer Ressourceneffizienz-Strategie. Die Studie macht konkrete Vorschläge, wie Deutschland dem Ziel geschlossener Kreisläufe näher kommen kann. Wilts schlussfolgert, dass die Kreislaufwirtschaft mehr als eine verbesserte Abfallwirtschaft sei, dafür aber auch neue Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Board holen müsse. Um diese unterschiedlichen Akteuren zusammen zu bringen, brauche es einen klaren regulativen Rahmen, welcher wiederum einen neuen Instrumentenmix und Policymix benötige. weiterlesen

Trau keinem über 30!

30 Jahre BMUB – und jetzt? Ministerium für Nachhaltigkeit!

BMUB von oben - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify 20140515

Die alte 68er Studentenparole gilt auch für das in die 30er gekommene “Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit”, wie es heute ziemlich verzopft heißt. Gewiss hat Stephan Casdorff im Berliner Tagesspiegel recht, wenn er “das Ressort eine gute Schule, Machbarkeit mit Standfestigkeit zu verbinden” nennt. Kanzlerin und Vizekanzler seien “durch diese Schule gegangen, Kanzleramtschef Altmaier auch. Doch Casdorff greift zu kurz, wenn er vorschlägt, man solle dem Ministerium “ein Vetorecht für umweltrelevante ökonomische Entscheidungen” geben. Gibt es denn umwelt-irrelevante ökonomische Entscheidungen? Nein, das BMUB darf nicht zu einer Verbotsbehörde degenerieren – das Nachdenken über das Ministerium muss viel weiter gehen.

Es geht heute auf der Welt um mehr als Natur- und Umweltschutz (was ja irgendwie das Gleiche ist): Die Themen heißen “Klimawandel” und “Energiewende”, “klimabedingte Migrationsströme bis heute ungeahnten Ausmaßes”, Konflikte um Wasser und Rohstoffe”, – kurz, es geht um Nachhaltigkeit. Das heißt Schutz der Gemeingüter, Substanzerhalt anstelle von -verzehr. Nachhaltigkeit im strengen Sinne heißt Externalisierung zurückdrängen und schließlich möglichst ganz vermeiden, und zwar im ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Sinn, mit dem Ziel einer Kreislaufwirtschaft, welche die Ausbeutung von Natur, Mensch, Gesellschaft und Kultur beendet.

Denn nachhaltige Entwicklung bedeutet gemäß Definition der Brundtland-Kommission und ihrer Interpretation durch die deutsche Enquete „Schutz des Menschen und der Umwelt“, dass genutzte Gemeinressourcen nicht aufgezehrt, sondern für künftige Generationen erhalten werden, damit diese in der Befriedigung ihrer Bedürfnisse nicht schlechter gestellt sind als wir heute. Dazu braucht es ein starkes Ministerium – nennen wir es doch “Ministerium für Energiewende, Klimaschutz und Nachhaltigkeit”, wohl wissend, dass zur Umbenennung auch neue erweiterte Kompetenzen gehören. Und: es braucht uns alle. Wenn wir nichts ändern ist der Ast bald ab, auf dem wir sitzend sägen.

Jeffrey Sachs bei der Mercator Climate Lecture 2016 in der TU Berlin zur Dringlichkeit des Klimaschutzes und der SDGs

„Kommt ein Mann zum Arzt und lässt sich untersuchen. Danach sagt der Arzt: ‚Ich habe eine schlechte und eine ganz schlechte Nachricht für Sie.‘ Jeffrey Sachs bei Mercator Climate Lecture 2016 in TU Berlin - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftDarauf der Patient: ‚Ich möchte zuerst die schlechte Nachricht hören‘. Der Arzt: ‚Sie haben noch 72 Stunden zu leben.‘ Der Mann: ‚O Gott! Was aber kann schlechter sein als das?‘ Der Arzt: ‚Wir versuchen Sie schon seit Tagen zu erreichen…’“ Der Direktor des Nachhaltigkeitsnetzwerks der Vereinten Nationen (UNSDSN) und des Earth Institute an der Columbia University fuhr fort: „Das beschreibt unsere Situation als Klimawissenschaftler und -Ökonomen: Wir versuchen seit jetzt bereits 20 Jahren, Sie zu erreichen…“
-Gerhard Hofmann-

Alles Bio – Neue schöne Welt?

Neues Buch über Risiken und Chancen der Bioökonomie

Christiane Grefe und Harald Schumann - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft 20160218 Die “Quadratur des Kreises” nannte Christiane Grefe die Notwendigkeit, unsere Gegenwartsprobleme gleichzeitig zu lösen: Zum einen dürften wir aus Klimaschutzgründen so bald wie möglich keine fossilen Energieträger mehr nutzen, zum anderen, wenn wir gesund leben wollten, immer weniger Kunstdünger, Pesti- und Herbizide aufbringen – und schließlich müssten wir auch noch die umstrittene Gentechnik eindämmen. Die ZEIT-Autorin (“Der globale Countdown”, “Ende der Spielzeit”, “Klimawechsel”, “attac”) stellte am 18.02.2016 in Berlin (Foto: Im Interview mit Harald Schumann) ihr neues Buch “Global Gardening – Risiken und Chancen der Bioökonomie” vor: In der folgenden Präsentation wird besonderer Wert auf den Energiebereich gelegt – der, wohlverstanden, nur einen Teil des Gesamtspektrums der Bioökonomie darstellt.

Die bereits hoch entwickelte, aber öffentlich weitgehend noch kaum bekannte Bioökonomie könne eine Lösung für den “Kreis” darstellen, wenn sie den Konflikt zwischen Tank und Teller vermeiden helfe, wenn sie die Übernutzung bzw. Degradation von Böden beenden und nicht nur zur Schaffung von Monokulturen für Groß-Agrarkonzerne beitrage. Ob die Bioökonomie aber “die Wirtschaftsform des 21. Jahrhunderts” sei, oder sich eher als problematisch, als “Neuauflage der Gentechnik durch die Hintertür” herausstelle, diese Frage sei offen. Jedenfalls sei die Bioökonomie ein “starker Eingriff in unsere Form des Wirtschaftens”. weiterlesen

Grüne wollen effizienten Umgang mit Ressourcen

Verschwendung Einhalt gebieten

Grüne Bundestagsfraktion logoMit zusätzlichen Steuern und Abgaben soll in Deutschland Ressourcenverschwendung nach Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Einhalt geboten werden. Die Grünen fordern unter anderem die Erhebung einer Primärrohstoffsteuer und die Einführung einer “Ressourcenabgabe” für Verpackungen und Produkte. Letztere soll auf den “ökologischen und sozialen (Folge-)Kosten der Gewinnung der enthaltenen Rohstoffe” basieren, heißt es in einem mit “Ressourcenverschwendung stoppen – Nationales Ressourceneffizienzprogramm
zukunftsfähig ausgestalten” überschriebenen Antrag der Fraktion (18/7047). Die Abgabe soll zweckgebunden für Ressourceneffizienzmaßnahmen eingesetzt werden und als “ökologisch orientierter Innovationsanreiz” wirken. weiterlesen

Bürgerratschlag mahnt Verbraucherfreundlichkeit an

Einheitliche Vorgaben für Produkte und stärkere Förderung von ÖPNV und Carsharing gefordert

Der Bürgerratschlag zum Ressourceneffizienzprogramm hat am 06.11.2015 laut einer Pressemitteilung aus dem BMUB seine zentralen Empfehlungen zur Ressourcenschonung in Deutschland an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergeben. Sie fließen in das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess II) ein. Dieses gibt wichtige Leitlinien beim Umgang mit natürlichen Ressourcen vor. weiterlesen

Gemeingüter schützen!

Gerhard Scherhorn: Wachstum oder Nachhaltigkeit

Scherhorn-Wachstum-oder-Nachhaltigkeit-TitelDas zentrale Menschheitsproblem neben dem Klimawandel und der Armut ist der Substanzverzehr, der Verbrauch der Gemeingüter, seine Ursachen die Fixierung auf Wirtschaftswachstum und kurzfristiges Denken. Die großen Krisen der Gegenwart, wie Lehman Brothers, Massenflucht, Klimakatatsophe sind Bankrotterklärungen der Kurzfristigkeit. Die Lösung liegt im Ende der Wachstumspolitik, in einer Politik der Nachhaltigen Entwicklung. Diese lässt die nachhaltige Produktion in den Grenzen des Substanzerhalts wachsen und die nicht nachhaltige schrumpfen. Sie wird erst gelingen, wenn langfristiges Denken das kurzfristige abgelöst hat, wenn nicht immer noch mehr Wachstum, sondern Nachhaltigkeit das Ziel der Wirtschaftspolitik ist. Das erfordert eine neue Verantwortlichkeit für die Gemeingüter. Und es ist durchsetzbar, wenn die im Grundgesetz festgelegte Sozialbindung des Eigentums auf das Kapitaleigentum ausgedehnt wird.

gerhard scherhorn - Foto © altius verlag Der Sozialökonom und Konsumtheoretiker Gerhard Scherhorn, emeritierter Professor an der Universität Hohenheim, “besticht in seinem vom Altius Verlag herausgebenen Band ‘Wachstum oder Nachhaltigkeit’ mit messerscharfen Analysen vom sozialen Wesen Mensch und seinen (wirklichen) Bedürfnissen, vom Wachstumsparadigma, das von Politik, Wirtschaft und schließlich auch vom Konsumenten gepredigt und durchgesetzt wird und von der Ausbeutung (oder Kultivierung) der Gemeingüter. Hervorzuheben sind die zahlreichen Problemanalysen, die Scherhorn dann zu fs-entwurf54Lösungsansätzen führt”. (Stephan Bohle auf futurestrategy.de/wachstum-oder-nachhaltigkeit)

 

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Fortschreibung des Ressourceneffizienzprogramms

BMUB legt ersten Entwurf vor – Bürger sollen Ressourcenpolitik mitgestalten

bmub logoDas BMUB hat den ersten Entwurf zur Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess II) veröffentlicht. Er enthält wichtige Maßnahmen, mit denen unser Material- und Energiebedarf umweltverträglicher gestaltet werden kann. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Länder und Kommunen haben die Möglichkeit, bis zum 14.09.2015 zu dem Entwurf Stellung zu nehmen und Verbesserungsvorschläge einzureichen. weiterlesen

Allmende neu verstanden

Aktion “Stadternte” – Wanka: Obst wächst vor der Haustür

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ist auf die Leiter gestiegen. Im Rahmen des BMBF-Wissenschaftsjahrs “Zukunftsstadt 2015” erntete sie Kirschpflaumen und Mirabellen. Am Berliner Stadtrand macht sie damit darauf aufmerksam, dass es auf öffentlichen Grünflächen Köstliches zu entdecken gibt.

Startschuss für die Aktion 'Stadternte' - Foto © BMBF_Rickel Güter der Allmende ernten: Bundesministerin Wanka gab den Startschuss für die Aktion “Stadternte”.
Foto © BMBF_Rickel

Die Früchte, die öffentliche Obstbäume und –sträucher hergeben, kann man getrost auch mit nach Hause nehmen. Auch Kräuter und Gemüse auf Freiflächen warten darauf, entdeckt zu werden. Zudem tut man damit noch etwas Gutes – für sich selbst und die Umwelt.

“Wir wollen dazu anregen, Obst auf Flächen, die Gemeingut sind, zu nutzen”, sagte Wanka. Sie war dafür nach Britz in den Berliner Süden gekommen, wo auf dem alten Bundesgartenschau-Gelände von 1985 Pflaumen, Mirabellen, Äpfel und Brombeeren verwildern.

Die Wissenschaftsjahre sind eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und von “Wissenschaft im Dialog”. Seit 2000 fördern die Wissenschaftsjahre den Austausch zwischen Öffentlichkeit und Forschung. Das Wissenschaftsjahr 2015 mit dem Thema “Zukunftsstadt” beschäftigt sich mit den ökologischen und sozialen Herausforderungen an die Stadtentwicklung. Für das Wissenschaftsjahr 2015 stehen insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. Für Forschungsprojekte stellt des Bundesforschungsministeirum in den kommenden Jahren 150 Millionen Euro bereit.

Mit “Mundraub.org” Obstbaumalleen finden

Dafür hat sich das Ministerium mit den Machern der Internetplattform “Mundraub” zusammengetan. Mundraub-Gründer Kai Gildhorn hatte vor sechs Jahren die Idee, auf einer Plattform zu erfassen, wo Obst, Gemüse oder Kräuter im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Jeder kann in seiner Nähe die Güter Allmende – so hieß es früher, wenn man Dinge gemeinschaftlich nutzte – ernten.

Und jeder kann auch eintragen, wenn er neue Plätze zur gemeinschaftlichen Ernte gefunden hat. Auf der Plattform ist kartiert, an welcher Allee Kirschbäume oder Holunder stehen. Mundraub veranstaltet darüber hinaus Erntelager oder geführte Radtouren zu besonders ergiebigen Obstplätzen. Natürlich machen die Initiatoren darauf aufmerksam, dass es immer gilt, die Eigentumsrechte zu respektieren.

Grenzwerte von Kadmium und Blei nicht überschritten

Aber kann man Obst, das an befahrenen Straßen wächst, guten Gewissens verzehren? Um das herauszufinden, hat das BMBF das Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin mit ins Boot geholt. Mitarbeiterin Ina Säumel gibt Entwarnung: “Wir haben keine Probe gefunden, wo die Grenzwerte von Blei und Kadmium überschritten wurden. Natürlich gilt wie für jedes Obst, dass es vor dem Essen gut gewaschen werden sollte.”

Gekauftes Obst fährt durch Europa

Den Vergleich muss sich auch das im Laden gekaufte Obst gefallen lassen: Meist ist es viele Kilometer in Lastwagen durch Europa gefahren oder sogar um die Welt geflogen. Es wächst in der Regel in Monokulturen auf, die oftmals mit Schädlingsbekämpfungsmitteln belastet sind.

Bei den 67,3 Kilogramm Obst, die pro Kopf pro Jahr in Deutschland gegessen werden, ist die Obstversorgung vor der Haustür eine gute Alternative. Streuobstwiesen sind nahezu vollkommen pestizid- und mineraldüngerfrei. Zudem können auf ihnen viele Arten von Käfern, Wespen,Vögeln und anderen Lebewesen geschützt leben.

->Quelle: bundesregierung.de

Post 2015-Agenda der UN verabschiedet

Staatengemeinschaft setzt sich neue Ziele bei Armut und Umweltschutz – Hendricks: “Historische Entscheidung!”

Eine Mitteilung aus dem BUMB: Die Weltgemeinschaft hat sich mit der Post 2015-Agenda erstmals eine umfassende Agenda für Nachhaltige Entwicklung gesetzt. Sie wurde am am 02.08.2015 nach einer zwölftägigen Verhandlungsphase per Akklamation von allen UN-Mitgliedsstaaten angenommen. Der erfolgreiche Ausgang der Verhandlungen bildet die Grundlage für den UNO-Nachhaltigkeitsgipfel aller Staats- und Regierungschefs in diesem September, bei dem die Agenda abschließend verabschiedet wird. Die Entscheidung verschafft auch der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember eine gute Ausgangslage.

Barbara Hendricks bei Amtsübernahme - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftBundesumweltministerin Barbara Hendricks: “Die Entscheidung über die Nachhaltigkeitsagenda der UN ist historisch. Erstmals verbindet die Weltgemeinschaft systematisch die Bekämpfung von Armut mit der Bewahrung unseres Planeten. Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zur 2030-Agenda bringt erfreulichen Rückenwind für den globalen Umweltschutz, und kann weltweit für bessere Sozialstandards und für ein wesentlich umweltverträglicheres Wirtschaften sorgen. Die im Verhandlungsergebnis enthaltenen Nachhaltigkeitsziele werden die dringend erforderlichen Transformation zu einer nachhaltigen, klima- und umweltverträglichen Entwicklung kräftig voranbringen.”

Die Agenda mit dem Titel “Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development” liefert erstmals einen weltweit gültigen Umsetzungsplan. Darin einigten sich alle Mitglieder der Vereinten Nationen auf 17 konkrete Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, zur Armutsbekämpfung, zu sozialen Fragen und zum Umweltschutz. Diese erarbeiteten mehrere Gremien der UNO innerhalb der vergangenen drei Jahre, allen voran die offenen Arbeitsgruppen zu den so genannten Sustainable Development Goals (SDG), die die Kernelemente der Agenda bilden. Sie ersetzen die bisherigen Millennium-Entwicklungsziele und sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden.

Natur setzt sich durch - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20110409Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 beim UNO?Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet werden soll, wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Mit den überwiegend auf 2030 ausgestellten Zielen soll die überfällige Transformation der Volkswirtschaften in Richtung einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung weltweit kräftig vorangetrieben werden. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Armut, Hunger und ein mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbundenes Wirtschaften zeigen, dass weltweit umgesteuert werden muss.
Die 2030-Agenda soll die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig gestalten und so auch für kommende Generationen die Chance auf ein erfülltes Leben sichern. In einem mehr als dreijährigen internationalen Vorbereitungsprozess wurde eine global ausgerichtete und auf alle Länder universell anwendbare Agenda mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen erarbeitet. Das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium haben sich darin gemeinsam mit der gesamten Bundesregierung für eine ambitionierte 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung eingesetzt, die den staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit global und national vorantreibt.

Deutschland hatte in den Verhandlungen besonders den Zielkatalog, den Überprüfungsmechanismus und die Präambel proaktiv gestaltet. Staatsekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die an den Verhandlungen teilnahm: “Die Staatengemeinschaft hat ein klares Signal zur Unterstützung für die neue Nachhaltigkeitsagenda gesetzt. Jetzt geht es darum, sie umzusetzen und mit Leben zu füllen.”

->Quellen und mehr:

Stichwort Ressourcenschonung

Für eine nachhaltige Rohstoffpolitik: Deutschland braucht die Rohstoffwende

Um Rohstoffe in Zukunft verantwortlich zu fördern, weiterzuverarbeiten und zu nutzen, braucht es konkrete, umfassende und rohstoffspezifische Nachhaltigkeitsziele. Diese müssen ökologische und soziale Herausforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Bislang wurde fast ausschließlich der ökonomische Faktor Verknappung bei der Strategieentwicklung für Rohstoffe beachtet; das Öko-Institut fordert jedoch einen umfassenderen Blick. Die Forschungsgruppe Ethisch-Ökologisches Rating an der Frankfurter Universität ist zwar schon weiter, aber um jeden Bundesgenossen dankbar. weiterlesen